Neues, Termine . . .

... und was sonst so zugeschickt wurde

(ohne Gewähr)

teilweise mit Stellungnahmen (R.K.)
 

 
Neue Seiten auf dieser Homepage: 

 

 

Mit der offiziellen Anerkennung durch die Stiftungsaufsicht Berlin ist die

Humanismus Stiftung Berlin

im Sommer 2006 ins Leben gerufen worden.

Stifter des Startvermögens ist der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin e. V.

Zweck der Stiftung ist die dauerhafte und nachhaltige Förderung diverser gemeinnütziger Zwecke wie
Bildung und Erziehung, soziale Dienstleistungen, Kunst und Kultur im Sinne des weltlichen Humanismus.

Vorstandsvorsitzender der Humanismus Stiftung Berlin ist Manfred Isemeyer

Festakt am 16.09.06 im Hilton Berlin

Humanistischer Verband gründet Humanismus Stiftung Berlin

Stiften für eine menschliche Gesellschaft

Mit einem festlichen Gründungsakt im Hilton Hotel am Berliner Gendarmenmarkt wird

am morgigen Samstag die Humanismus Stiftung Berlin offiziell ins Leben gerufen.

Erwartet werden rund 300 Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft, unter ihnen die

Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der Berliner Kultursenator Dr. Thomas

Flierl, der auch ein Grußwort halten wird. Die Humanismus Stiftung Berlin freut sich

über weitere schriftliche Grußworte des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit

sowie des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper.

Die Humanismus Stiftung Berlin wird vorrangig kulturelle und soziale Projekte

unterstützen, die einen humanistisch-weltanschaulichen Hintergrund haben. Sie wird

sich dabei immer an den Prinzipien Weltlichkeit, Selbstbestimmung, Individualität,

Solidarität und Toleranz orientieren. Im Mittelpunkt der Förderung stehen die

verschiedenen Arbeitsfelder des Humanistischen Verbandes, wie Lebenskunde und

Kindertagesstätten, soziale Dienstleistungen und weltliche Feierkultur. Insbesondere

innovative Projekte werden gezielt unterstützt. Vorstandsvorsitzender Manfred

Isemeyer: ÆDie Humanismus Stiftung Berlin soll Wegweisendes und Herausragendes

fördern, Grenzen überschreiten und Neues wagen".

Die Humanismus Stiftung Berlin lädt alle interessierten Berlinerinnen und Berliner

ein, sich über die Arbeit der Stiftung zu informieren. Mit dem Startvermögen, das der

Humanistische Verband als Stiftungskapital zur Verfügung gestellt hat, kann die

Humanismus Stiftung Berlin ihre Arbeit nun beginnen. Je größer das Stiftungskapital

durch Zustiftungen wird, desto nachhaltiger und wirkungsvoller kann sie in Zukunft

ihre gemeinwohlorientierten Aufgaben erfüllen.

Presse-Einladung

Wir laden Sie, sehr geehrte Vertreter/-innen der Presse und Medien, herzlich zur

Gründungsfeier der Humanismus Stiftung Berlin am 16. September 2006 um 18:30

Uhr im Berliner Hilton Hotel am Gendarmenmarkt ein.

*

Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen in Sachsen-Anhalt

Humanisten in Sachsen-Anhalt gründen Landesgemeinschaft

Am 15.Oktober 2005 haben sich in Magdeburg vier humanistische Regionalverbände aus Magdeburg, Halle, Merseburg und Hettstedt zu einer Landesgemeinschaft zusammengeschlossen, um die Interessen konfessionsfreier Bürgerinnen und Bürger landesweit zu vertreten.

Die Regionalverbände sind säkulare Weltanschauungsgemeinschaften und seit über zehn Jahren Träger verschiedener Jugend- und Sozialeinrichtungen. In drei Regionen organisieren sie JugendFEIERn. Sie wollen mit der Gründung die Kräfte bündeln, die Kooperation verbessern und ihre Interessen der Landespolitik gegenüber und in der Öffentlichkeit stärker artikulieren. Insbesondere geht es ihnen um die Durchsetzung der Gleichbehandlung mit den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften.

Es wurde ein Sprecherrat aus Vertretern aller Regionalverbände bestimmt. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. Werner Lange (Halle) gewählt. Die Gründungsurkunde wurde von den Vorsitzenden der Regionalverbände unterzeichnet.

In Sachsen-Anhalt ist die Bevölkerung zu 80% konfessionell nicht gebunden. Es ist an der Zeit, wieder eine humanistische Weltanschauungsgemeinschaft zu gründen, um die säkularen Lebensentscheidungen dieser Mehrheit öffentlich zu würdigen und auch um öffentliche Mittel zur Förderung von weltlichen Bekenntnisgemeinschaften einzufordern. Es ist ebenso an der Zeit, die humanistische, nicht religiöse, aber auf den Prinzipien der Selbstbestimmung und Toleranz basierende Wertebildung, die dem Anliegen der Verfassung unseres Landes entspricht, zu befördern.

Die Landesgemeinschaft wird eng mit dem Bundesverband HVD zusammenarbeiten. Sie fühlt sich dessen ethischen und weltanschaulichen Positionen - dem Humanistischen Selbstverständnis - verbunden. Der Bundesvorsitzende des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), Dr. Horst Groschopp, betonte in einem Grußwort an die Teilnehmer der Gründungsversammlung die politische Bedeutung des organisatorischen Zusammenschlusses konfessionsfreier Bürger für die Entfaltung und Akzeptanz weltanschaulicher Pluralität in einer demokratischen Gesellschaft, in der keine Religion oder Weltanschauung Anspruch auf Dominanz oder Privilegien hat. "Es folgt den Zuständen eines aufdringlichen 'Religiotainments' in Politik und Medien, also den Geboten der Zeit und ähnlichen Gründungen in Ost und West, dass in einem Kernland der Aufklärung und der frühen Organisation konfessionsfreier Menschen endlich wieder ein Partner für die Menschen mit weltlichen Lebensauffassungen, für den demokratischen Staat und die befreundeten Verbände vorhanden ist. Alle Humanistinnen und Humanisten in unserem Land hoffen, dass weitere Gruppen und Personen die Gemeinschaft stärken und einen Landesverband ermöglichen."

Nähere Informationen und eine Pressemappe sind erhältlich über: Junge Humanisten Magdeburg e.V. Hans Beyerling, Johannes - R. - Becher - Straße 57, 39128 Magdeburg, Tel.: (0391) 2515938, Fax: (0391) 2516338, E-Mail: juhu-Magdeburg (ät) t-online.de

*

Erste Humanistische Schule in Nürnberg

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschloß der HVD-Nürnberg am
18. Februar ein neues Projekt: Die Gründung einer privaten Humanistischen Schule.

Diese Grundschule mit Ganztagesangebot soll in Fürth entstehen, wo auch der dritte Humanistische Kindergarten demnächst in Betrieb geht. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Die Schule soll nämlich schon im kommenden Schuljahr im September 2004 die Arbeit aufnehmen. Seit der Jahres-Hauptversammlung sind die dafür erforderlichen Schritte daher sehr schnell in die Wege geleitet und die umfangreichen Vorbereitungsaufgaben abgearbeitet worden. Im April wurde ein umfangreiches reformpädagogisches Konzept erarbeitet, ausreichend Eltern beziehungsweise SchülerInnen und die erforderlichen Lehrerinnen gefunden. Der Antrag auf Genehmigung der Schule bei der Regierung von Mittelfranken und im Kultusministerium wurde gestellt. Die einzige offene Frage ist noch der genaue Schulstandort, hier sind die Verhandlungen mit verschiedenen Raumanbietern kurz vor dem Abschluß. Mehrere Informationsveranstaltungen wurden angeboten, weitere werden in der nächsten Zeit folgen. Bezüglich der raschen Genehmigung des Projekts durch die Regierung ist der HVD aufgrund der Vorgespräche recht optimistisch. 'Diesseits' wird Sie über den Fortgang dieses Projekts auf dem Laufenden halten!

Michael Bauer

01.06.04

Inzwischen haben wir alles beisammen: mit bayerischen Staatsexamen qualifizierte und erfahrene Lehrerinnen, jede Menge interessierte Eltern und Kinder, passende Räume und - schließlich, nicht letztlich - eine humanistische pädagogische Konzeption, die nicht nur den neuesten Erkenntnissen und aktuellen Anforderungen im Schulbereich entspricht, sondern auch unsere verbandlichen Vorstellungen gebührend berücksichtigt, z.B. mit einem neuen Schulfach "Humanistische Lebenskunde". Zum Zeitpunkt dieses Schreibens warten wir nur noch auf die Genehmigung der Schule durch das Bayerische Kultusministerium, das unser Vorhaben sehr ausführlich und offenbar vor allem juristisch prüft (Die erste "Atheisten-Schule" - ausgerechnet in Bayern!). Wir halten Sie über den Fortgang der Dinge auf dem Laufenden. Drücken Sie uns die Daumen, damit wir zum Schuljahresbeginn im September 2004 mit diesem einzigartigen Projekt wie geplant an den Start gehen können!

24.06.04


 
Projekt spielzeugfreier Kindergarten

Starke Kinder bleiben "clean"

Eine erfolgreiche Methode der Suchtprävention beginnt bereits im Vorschulalter. Das Projekt "spielzeugfreier
Kindergarten" soll Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer "Lebenskompetenz" stärken.

Unter dem Dach des Kindergartens St. Petri in Hannover lagern wahre Schätze. Das gesamte Spielzeug ist seit acht Jahren hierhin verbannt. Eine Grundvoraussetzung für das Projekt "spielzeugfreier Kindergarten". Das Projekt gilt als einer der profiliertesten suchtpräventiven Ansätze im Kindergartenbereich. Das ursprüngliche Modell sieht eine spielzeugfreie Zeit für drei Monate vor. Die Erfahrungen damit waren jedoch so positiv, dass in St. Petri das Fertigspielzeug erst gar nicht wieder herausgeholt wird. Der spielzeugfreie Kindergarten wurde 1999 von einem europäischen Expertengremium in die Liste der "effektiven Modellprojekte'" zur Suchtprävention aufgenommen.

Die Münchner Dozentin für Pädagogik und Psychologie Dr. Anna Winner hat das Modell wissenschaftlich begleitet. Es hat zum Ziel, Kinder stark zu machen und sie vor Suchtgefahren zu schützen. Die Erfahrung lehrt, dass vor allem die Kinder später gefährdet sind, die nur Konsum und Passivität kennen."Das unkritische Konsumverhalten lenkt ja eher von meinem Selbst ab und der Suchtproblematik liegt ja meistens zugrunde, dass ich Angst vor der Konfrontation mit mir selbst habe", so Winner. Sich selbst zu erkennen ist nicht leicht in Zeiten, wo so vieles vom Selbst ablenkt. Spielzeugfrei, das heißt, nichts ist vorgegeben - stattdessen beratschlagen die Kinder im morgendlichen Stuhlkreis, was sie tun möchten, welches Material sie dafür brauchen und wer ihnen dabei helfen kann. Nach dem Stuhlkreis gehen die Kinder in die Werkstätten oder in andere Räume, in denen sie ihre Ideen verwirklichen können. Ohne Spielzeug müssen sie sich selbst etwas einfallen lassen, sie lernen zu suchen, zu finden, zu erschaffen, sich anzustrengen und auch Enttäuschungen wegzustecken. Gerade eigene Ideen umzusetzen macht stolz und stark. Daher geht es in der modernen Suchtprävention nicht mehr darum, aufzuklären und zu warnen, sondern darum, sogenannte Lebenskompetenzen zu entwickeln.

Menschen, die diese Kompetenzen entwickeln können, werden seltener abhängig, weniger krank und haben weniger Angst vor Misserfolg und Schwierigkeiten. Suchtfördernde Eigenschaften können dagegen bereits in der frühen Kindheit geprägt werden. Wenn Kinder nicht die entsprechende Kommunikationsfähigkeit entwickeln können, dann ziehen sie sich häufig zurück. Wenn sie Angst vor Liebesverlust oder Konfrontation haben und nicht kritikfähig sind, dann sind auch das Fehlentwicklungen, die später in eine Sucht führen können. Anna Winners Begleitstudie hat bestätigt, dass das Modell den Fehlentwicklungen erfolgreich entgegenwirkt. In Interviews mit 20 Erzieherinnen verschiedener Kindergärten, die für die vorgesehenen drei Monate spielzeugfrei waren ermittelte sie, wie sich das Verhalten der Kinder geändert hat. Die Erzieherinnen waren verblüfft vom Erfindungsreichtum der Kinder. Während die Erzieherinnen lernten, sich zurückzunehmen, nutzten die Kinder die Chance, eigene Bedürfnisse zu spüren und eigene Wege zu finden. Es fiel auf, dass die Kinder erheblich mehr miteinander sprachen. Die meisten Ideen entstanden kollektiv, Probleme löste man gemeinsam, es wurde diskutiert und ausgehandelt, geträumt und gebaut. Dabei wuchs das Selbstvertrauen der Kleinen und sie wurden selbständiger - eine gute Basis für die kommenden Lebensstürme, denn starke Kinder bleiben clean.

www.spielzeugfreierkindergarten.de

19.01.04


 
Tiefer Wandel bei freigeistigen Organisationen

Humanistischer Verband Deutschlands (HVD) profiliert sich immer stärker - Problemfeld neue Bundesländer

 
HAMBURG. Bis zu 20 Millionen Deutschen bedeuten Gott, Kirche und Religion nichts. So lauten Schätzungen anhand von Umfragen und Studien.

Zum Vergleich: Die katholische Kirche und die evangelische Kirche haben in Deutschland je etwa 27 Milli6nen Mitglieder. Jene dritte große "Konfession" macht sich gemessen an ihrem quantitativen Potenzial nur wenig bemerkbar. Es ist auffällig, dass es atheistischen oder kirchenkritischen Organisationen bisher nicht gelungen ist, dieses Potenzial auch nur andeutungsweise für sich zu nutzen, heißt es in einer neuen Veröffentlichung der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW, Berlin). Das gilt auch für die neuen Bundesländer, wo der Anteil der Religionslosen besonders groß ist.

Die DDR galt ihrerzeit als das religionsloseste Land der Welt. Seit dieser Osten Teil der Bundesrepublik Deutschland ist, hat sich in dieser Hinsicht dort praktisch nichts geändert. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung der neuen Bundesländer gehören keiner Kirche oder Religionsgemeinschaft an.

Besonders groß ist dieser Anteil in der Gegend zwischen den beiden Luther-Städten Eisleben und Wittenberg. In Halle sind weniger als zehn Prozent der Bewohner Kirchenmitglieder.

In den alten Bundesländern hat die Kirchenferne in den vergangenen Jahrzehnten zwar zugenommen, doch bekennt sich weiterhin die Mehrheit der Bevölkerung zu einem Glauben an Gott oder eine höhere geistige Macht. Der "EZW- Text" mit dem Titel "Freidenker - Freigeister - Freireligiöse" zitiert eine Umfrage, nach der nur etwa ein Drittel die Existenz eines - wie auch immer gearteten - Gottes verneint.

Würde sich zumindest jeder zehnte religionslose Deutsche für die Arbeit entsprechender Organisationen interessieren, hätten diese ein Mitgliederpotenzial von 1,5 bis 2 Millionen. Doch liegt die Mitgliedschaft in den drei großen Dachorganisationen unter 100 000. Diese Dachverbände "bilden quasi die drei Säulen, auf denen die öffentliche Wirksamkeit der Bewegung ruht", konstatiert der wissenschaftliche Referent an der EZW, Andreas Fincke.

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW, Sitz Berlin) vertritt über die in ihm organisierten Verbände nach eigenen Angaben etwa 70 000 Mitglieder. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD, Sitz ebenfalls Berlin) beziffert seine Mitglieder auf etwa 10 000. Der Deutsche Freidenkerverband e.V. (DFV, Sitz Offenbach) hat gegenwärtige etwa 3000 Mitglieder.

Wie Pastor Andreas Fincke in seinem Überblick bemerkt, hat sich seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 im Bereich jener Organisationen fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ein "tief greifender Wandel" vollzogen. Zu den Verlierern dieser Veränderungen gehören nach seiner Darstellung die traditionellen Freidenker im DFV. Deren geistige Ausstrahlung und politische Bedeutung seien derzeit minimal.

Der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften trete in jüngster Zeit zwar etwas mehr in Erscheinung, spiele aber nach wie vor eine eher stille Rolle im Konzert der freigeistigen Bewegungen. Eine klare Profilierung macht der EZW-Referent beim Humanistischen Verband Deutschlands aus: Das Erscheinungsbild des Vereins und seine praktische Arbeit seien von beachtlicher Ausstrahlungskraft.

"Die Kirchen und Religionsgemeinschaften sollten registrieren, dass sich dieser Verein zu einem ernst zu nehmenden Gegenüber für die Kirchen entwickelt. Die Stärke des HVD besteht darin, dass er seine Kraft nicht in simpler Antikirchlichkeit verschleudert, sondern an den alltäglichen Atheismus im wiedervereinigten Deutschland anknüpft und soziale Aktivitäten anbietet, die traditionell zu den Handlungsfeldern der Kirchen gehören." Für den HVD sind nach eigenen Angaben inzwischen bundesweit 600 hauptamtliche Mitarbeiter in sozialen Projekten, Beratungsstellen, Kindertagesstätten oder in Berlin als Lebenskundelehrer tätig. Fincke nennt zum Vergleich die Niederlande, wo humanistische Berater gleichberechtigt mit kirchlichen Seelsorgern in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Gefängnissen und bei der Armee tätig sind.

(Der 65 Seiten umfassende "EZW-Text" Nr.162 kann bei der EZW angefordert werden: Auguststraße 80, 10117 Berlin)

Fränkischer Tag Bamberg 10.06.02


Verein Deutsche Sprache für Quoten

Auf der am Wochenende veranstalteten Popkomm-Messe in Köln haben Popkünstler und führende Vertreter der deutschen Musikindustrie eine Quotenregelung zugunsten deutscher Musiksendungen im Radio gefordert. Der VDS begrüßt dieses Vorhaben, das auch von Kultur-Staatsminister Nida-Rümelin befürwortet wird. Er kritisiert nachdrücklich, daß der Anteil von deutschsprachiger Musik bei deutschen Sendern nur etwa 10 bis 20 Prozent beträgt. Daß ein großer Sender in einem Jahr nur 3 Stücke mit deutschem Text spielte, ist ein Skandal.

Die in deutschen Sendern dominierende amerikanische und britische Musik ist keineswegs immer besser als die deutsche. Deutsche Musiker und ihre Musik fristen bei deutschen Sendern jedoch ein Mauerblümchendasein. Sie werden von der Übermacht amerikanischer und britischer Produktionen erdrückt, die ein führender Musikproduzent ein "Diktat der Langeweile" nannte. Durch die blinde Bevorzugung angelsächsischer Musik werden deutsche Sänger und Musiker in ihrem künstlerischen Werdegang behindert. Der VDS tritt dafür ein, diesen jungen Talenten im Radio und in den Medien bessere Chancen einzuräumen.

Das Beispiel Frankreichs zeigt, daß Quotenregelungen den Umsatz steigern können. Es geht aber auch um die Bewahrung und Förderung einer nationalen Unterhaltungskultur, in der sich deutsche Hörer wiedererkennen. Der VDS verweist auf die Äußerungen des Rocksängers Rolf Maahn, der in der Praxis der Radiosender in Deutschland eine Diskriminierung deutscher Künstler sieht. Hochachtung hat der Sänger Al-Deen verdient, der aus dem gleichen Grund eine Nominierung für den Medienpreis Comet des Pop-Senders Viva ablehnte.

Dr. Gerd Schrammen
Stellv. Vorsitzender Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS)

Internet: www. vds-ev.de - E-Post : info (at) vds-ev.de

Hier erscheint eine Quoten-Regelung angebracht, weil davon ausgegangen werden kann, daß die Mitarbeiter der Sender ihre Musik weniger nach inhaltlichen, als nach trendmäßigen Kriterien auswählen und sich sehr wahrscheinlich ihrer Verantwortung gegenüber der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft kaum bewußt sein dürften. R.K.

18.08.02


Man spricht deutsch - Bios bekommt moderne Bedienerführung

Nur wenige PC-Benutzer wagen sich ans Bios ("Basic Input Output System"), eine im PC fest eingebaute Software. Das Bios startet automatisch kurz nach dem Einschalten des Rechners - noch vor dem Betriebssystem - und regelt das Zusammenspiel der einzelnen PC-Komponenten.

Der führende Bios-Anbieter Phoenix (San Jose, Kalifornien) hat nun auf der Computermesse Computex in Taiwan den Programmzusatz "FirstBIOS" vorgestellt, der die Arbeit mit der "PC-Schaltzentrale" vereinfachen soll: Die noch aus Computer-Urzeiten stammende primitive englische Benutzeroberfläche soll damit auch in deutscher Sprache verfügbar sein und sich mit der Maus bedienen lassen.

Phoenix stattet das neue Bios zudem mit einem Internetbrowser aus, sodass neue Programmversionen ("Bios-Upgrade") einfacher als bisher aus dem Netz geladen und installiert werden können. Daneben enthält das auf einem zwei Megabyte großen Chip untergebrachte "FirstBios" ein "Restore-Tool", das bei Startproblemen die bisherige Boot-Diskette überflüssig machen soll. Japanische Hersteller wie Sony, Toshiba oder Fujitsu interessieren sich bereits für das neue Bios.

Süddeutsche Zeitung 10.6.2002 - http://www.sueddeutsche.de/aktuell/sz/artikel2271.php


Ein markanter Strategiewechsel. Man beachte, dass erstmals ein Kassensturz gefordert wird. Es sollen also Belege auf den Tisch, in welchen Grössenordnungen sich die Ausgaben der USA für Software (Betriebssystem, Anwendungen) bewegen.

Verbraucherschützer will weniger Microsoft-Software bei US-Behörden

Der US-amerikanische Verbraucheranwalt und Industriekritiker Ralph Nader[1] hat weiterhin Microsoft im Visier. Zusammen mit James Love, Chef der von Nader gegründeten Verbraucherschutzorganisation Consumer Project on Technology, verlangt er in einem Brief[2] an den Direktor der US-Haushaltsbehörde, Mitchell Daniels[3], in den Regierungsbehörden die Verwendung von Produkten des Redmonder Riesen zu überdenken. Der Kampf gegen das Monopol des Softewareunternehmens solle nicht in den Gerichten, sondern über den Etat geführt werden.

Nader, der sich 1996 und 2000 selbst um den Einzug ins Weiße Haus beworben hatte, weist auf die enormen Kosten hin, die das Kartellverfahren gegen Microsoft verschlinge. Durch die Umstellung bei der Beschaffung auf alternative Produkte könne der gleiche Effekt erzielt werden, der durch die Prozesse gegen Microsoft verfolgt wird. Zudem würde der Konkurrenzkampf angeschoben.

Daniels soll offen legen, wie viel Geld die US-amerikanische Regierung in den vergangenen sieben Jahren für Windows-Lizenzen ausgegeben hat und wie viele Computer mit Microsoft-Betriebssystemen und anderen Programmen aus Redmond laufen. Auch soll sich Daniels der Frage stellen, ob die Regierungsstellen durch "Software-Monokultur" anfälliger für Virenattacken und Zugriffe Unbefugter sind.

Nader und Love meinen, dass Unverträglichkeiten zwischen Dateiformaten von Microsoft und anderen Herstellern dafür sorgen, dass andere Produkte von Apple, IBM, Corel oder auch das alternative Betriebssystem Linux ins Hintertreffen geraten. Abschließend weisen die Autoren des Briefes die US-Regierung darauf hin, dass sie viel Geld für Software ausgebe, deren Preis stetig steige und deren neue Versionen mit früheren nicht kompatibel seien. Sie fragen, ob ein Unternehmen, das entsprechend viel Geld für Microsoft-Produkte ausgibt, sich ebenso passiv verhalten würde und bieten sich als Gesprächspartner an, damit die "Verschwendung" ein Ende habe.

Ralph Nader ist schon seit einiger Zeit im Fall Microsoft aktiv. Zum Beispiel lud er erstmals 1997 zusammen mit dem Consumer Project on Technology zu einem Forum[4] über die Bestrafung Microsofts. Anfang des Jahres forderte Nader Dividenden-Zahlungen[5] von Microsoft. Aber auch in anderen Fällen ist der Verbraucherschützer aktiv. So kritisierte er 1998 beispielsweise die Übernahme[6] von Netscape durch AOL. (anw[7]/c't)

URL dieses Artikels: http://www.heise.de/newsticker/data/anw-05.06.02-000/

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.nader.org
[2] http://www.cptech.org/at/ms/omb4jun02ms.html
[3] http://www.whitehouse.gov/omb/organization/office.html
[4] http://www.heise.de/newsticker/data/em-08.03.99-001/
[5] http://www.heise.de/newsticker/data/wst-07.01.02-000/
[6] http://www.heise.de/newsticker/data/fr-24.11.98-001/
[7] mailto:anw (at) ct.heise.de

Copyright 2002 by Verlag Heinz Heise Quelle: Offen mailing list Offen (at) ffii.org http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/offen

07.06.02


Betriebssysteme - Behörden dürfen zu Linux

Die Computer in Deutschlands Amtsstuben sollen künftig verstärkt mit offenen Betriebssystemen wie Linux und so genannter Open-Source-Software ausgestattet werden.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) unterzeichnete einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit dem Computerhersteller IBM. Ziel sei es unter anderem, die IT-Infrastrukturen in Deutschland sicherer zu machen. "Eine unabdingbare Voraussetzung hierfür ist die Verwendung sicherer Systeme und Software", sagte Schily ergänzend in Berlin.

Mit dem Abbau von Windows"Monokulturen" sollen Angriffe auf die Systeme der Verwaltung von außen erschwert sowie die Abhängigkeit von Microsoft gesenkt werden, erklärte Schily weiter. Zudem will die Bundesregierung die Kosten beim Kauf von Software verringern. Derzeit läuft Microsofts Betriebssystem Windows auf 90 Prozent aller weltweiten Personal Computer. Ab Ende Juli sieht der weltgrößte Software-Hersteller zudem veränderte Lizenzmodelle für Unternehmen und Behörden vor, durch das viele Kunden deutliche Mehrkosten befürchten.

Der Kooperationsvertrag geht auf eine Initiative Schilys zurück, nach dem 11. September die IT-Infrastruktur der Behörden sicherer zu machen. Er sieht vor, dass die Verwaltungen in Deutschland künftig besonders günstig Software beschaffen können, deren Programm-Codes öffentlich eingesehen und kontrolliertwerden können ("Open Source").

Der weltweit größte Computerkonzern IBM engagiert sich schon seit geraumer Zeit für den Einsatz von Linux, das anders als unternehmenseigene Software - etwa von Microsoft - ohne Lizenzkosten für Anwender und Programmierer zur Verfügung steht. Linux-Anbieter verdienen ihr Geld durch Dienstleistungen rund um das freie System.

IBM soll die Verwaltung künftig mit Servern beliefern, auf denen Linux vorinstalliert ist. Die Lieferung erfolgt durch das deutsche Unternehmen SuSE Linux AG, einem der weltweit führenden Linux-Unternehmen. Damit werde auch der Standort Deutschland gestärkt, hieß es. Gemeinsame Arbeitsgruppen sollen darüber hinaus dabei helfen, den Einsatz entsprechender Software für geeignete Projekte in der Verwaltung vorzubereiten.

Lindauer Zeitung, 5. Juni 2002 Seite: Internet & Multimedia


Linuxfreunde aller Bundesländer vereinigt euch!

Im Bemühen, den deutschen Bundestag zu einer Microsoft-freien und Open-Source-freundlichen Zone zu machen, setzen die Linux-Freunde neuerdings auf Basisdemokratie, sprich die gute alte Unterschriftensammlung: Unter der Webadresse www.bundestux.de kann nun seine Stimme abgeben, wer der Meinung ist, dass die Bundesregierung künftig auf freie Software setzen sollte. Ins Leben gerufen wurde die Initiative von einer "Agentur für politische Kommunikation" mit dem Namen Werk 21, die über 30 Erst-Unterzeichner setzen sich zusammen aus Vertretern der Politik, von Verbänden und der Wirtschaft. "Die Unterzeichner dieser Erklärung sind der Auffassung, dass die Einführung eines Freien Betriebssystems im Deutschen Bundestag aus ordnungs-, wettbewerbs- und standortpolitischen sowie demokratischen Gründen ein notwendiges Signal für Deutschland ist", heißt es in der Stellungnahme zur Initiative. (st)

Mit freundlichen Grüßen

Walther Lückemann
TiBOSOFT GmbH
31.01.2002

Offen mailing list: Offen (at) ffii.org - http://lists.ffii.org/mailman/listinfo/offen

 


 

Wer vieles bringt wird manchem etwas bringen.

 


 
Mit freundlichen Empfehlungen
 
Humanistische AKTION
 
10/2001
 


 
nach oben   -   Service   -   Menue   -   Texte-Verzeichnis   -   Stichwörter

www.humanistische-aktion.de/aktuell.htm

Aktualisiert am 17.04.07