Texte zum Thema Gefühle      

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Das Geheimnis der Gefühle - Ist alles nur ein chemischer Vorgang im Gehirn oder doch nicht?

Die Macht der Intuition - Warum wir öfter auf unseren Bauch hören sollten.

Kuschel-Partys - Cuddlepartys sind der letzte Schrei in New York.

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Gefühle im Humanistischen Lebenskunde-Unterricht. Gesamtschullehrer Bruno Osuch berichtet.

Die Kunst der Gefühle - Wir müssen an einer neuen Aufklärung arbeiten... von Dieter Dieterich.

Der Gefühlsstau - Ein Psychogramm der DDR. Inhaltsverzeichnis (48 Kapitel-Überschriften) des Buches von Hans-Joachim Maaz.

Die 10 Gebote für eine glückliche Familie - Die besten Strategien für ein neues WIR-Gefühl.

Weihnachten - feiern oder ignorieren?  Ein Beitrag zum Fest der gemischten Gefühle.

 

 
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Das Geheimnis der Gefühle

Ist alles nur ein chemischer Vorgang im Gehirn oder doch nicht?
 

"Scarlett" - der schönste Liebesfilm des Jahres - eine Achterbahn der Gefühle. Zum Freuen und zum Weinen. Gefühle - jeder kennt sie, auch wenn sich nicht jeder zu ihnen bekennt. Doch was sind Gefühle? Wie entstehen sie? Und woher kommen sie - aus dem Bauch oder Kopf?

Empfindungen, sagt ein psychologisches Wörterbuch, sind die nachrangigen Gefühle, die körpernahen, die durch die Einwirkung eines Reizes auf ein Sinnesorgan entstehen.

In Liebesromanen und Filmen sitzen diese Gefühle im Herzen. Auch im Alltag: "Der hat kein Herz", sagt man und meint "Der hat kein Gefühl". Manche Menschen handeln aber auch aus dem "Bauch", also nach "Gefühl". Wohin wir unsere Empfindungen auch zuordnen, für die Wissenschaft ist es falsch. Die Forscher sind sich sicher: Gefühle sind biochemische, hochkomplizierte Vorgänge, die im zentralen Nervensystem im Gehirn sitzen (siehe Kasten: Wie entstehen Gefühle?). Wenn wir Gefühle zeigen, werden bestimmte Moleküle aktiv.

Doch wie kommt es, daß Männer anders fühlen als Frauen? Warum machen sich Männer über Liebesfilme lustig während Frauen sich dabei die Augen ausweinen? Haben Männer keine Empfindungen?

 

Wie entstehen Gefühle?

Glücksgefühle, Angstzustände oder Depressionen werden vom Gehirn gesteuert. Von Hormonen (Winzig kleine chemische Verbindungen aus Eiweiß, Kohlen- und Wasserstoff). Wenn wir glücklich sind, schüttet unser Gehirn Endorphin (eine opiumähnliche Substanz) aus. Aber auch Adrenalin, Noradrenalin, Cortison und Prolaktin. Diese Hormone lassen Schmerzen vergessen, versetzen Menschen in kleine Rauschzustände. Bei Trauer und Depressionen stimmt der Botenstoffwechsel im Gehirn nicht. Signale werden von einer Nervenzelle zur anderen nicht richtig weitergegeben. Folge: Man fühlt sich niedergeschlagen, ausgelaugt (burned out).
 

 
Psychologe Stephan Lermer aus München: "Doch! Sie haben nur nicht gelernt, mit einer geballten Ladung Gefühl wie bei Scarlett umzugehen." Viele Männer glauben, von soviel Gefühl erdrückt zu werden, schauen deshalb lieber weg. Dazu kommt daß Männer schon als Kinder erzogen werden, ihre Gefühlsäußerungen zu unterdrücken: Männer haben immer "stark" zu sein. Männer "weinen nicht. "Männer sind keine "Gefühlstanten". Besonders schlimm ist es im Berufsleben. Hier sind Männer und Frauen gleich betroffen. Im Job sind Gefühle tabu. Wer sie doch offen zeigt, wird schnell als "emotional", "unsachlich" und "zu persönlich" abgestempelt.

Dabei sind Gefühle so wichtig für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden. Ohne die überwältigenden Glücksgefühle (wenn wir uns freuen, schlägt unser Herz schneller, der Puls steigt, der Körper wird besser durchblutet), ohne dieses schöne Kribbeln im Bauch würden wir Menschen innerlich "erfrieren". Gefühle drücken sich auch körperlich aus: jeder hat schon mal Angstschweiß von der Stirn gewischt oder eine Gänsehaut bekommen. Und jeder hat schon mal wohlige Wärme in Gegenwart eines anderen Menschen empfunden. Warum, weiß keiner. Biophysiker Alfred Gierer: "Der Code für die Umsetzung zwischen den meßbaren Zuständen im Gehirn und dem subjektiven Erleben bleibt ein Geheimnis. Deshalb schlagen Gefühle auch so schnell um, kann Liebe so schnell in Haß enden. Deshalb sind Gefühle so wandelbar - weil sie schwer zu steuern sind.

Wie wichtig aber Emotionen sind, sieht man immer öfter in der Werbung: Die Industrie verkauft nicht mehr Autos, sondern vor allem "die Freude am Fahren".

aus TVneu 49/94 zur ARD-Sendung 'Über Liebe & Sex - Gefühls-Karussell' 11.12.94

 

Wenn du das Ende von dem erreichst, was du wissen solltest,
stehst du am Anfang dessen, was du fühlen solltest.

Kahlil Gibran

 
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Humanistische AKTION

8/1999


 
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Aktualisiert am 16.12.05
 

Die Macht der Intuition

Warum wir öfter auf unseren Bauch hören sollten

von Eva Gnädig

 
Von der Frühstücksmarmelade bis hin zur Partnerwahl - täglich müssen wir uns tausende Male entscheiden. Woher wissen wir, welche Entscheidungen "gut" für uns sind? Und: Wann dürfen wir einfach unserem Bauchgefühl trauen? Nach Trendbegriffen wie der "Emotionalen Intelligenz" interessieren sich Wissenschaftler wie Leser nun für die "Intuition".

Nahezu monatlich bringen Hirnforscher, Psychologen und Philosophen Bücher über dieses geheimnisvolle Bauchgefühl heraus.

Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und renommierter Psychologe ist einer von ihnen. Das "enfant terrible" der deutschen Entscheidungstheorie versucht, unsere Intuition auf eine Vielzahl intuitiver "Faustregeln" zu bringen: "Das Wichtige für uns in der Forschung ist, dass wir gezeigt haben, dass die intuitiven Urteile, die meistens als zweitklassig hingestellt worden sind, oft besser sind als die sogenannten optimalen Verfahren."

Unheimliches Wissen

Den Wissenschaftsjournalisten und Autoren Bas Kast beschäftigt vor allem die Frage, wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft: "Paradoxerweise sollte man immer dann auf seine Intuition hören, wenn es komplexer wird, wenn eine Situation richtig komplex wird."

Gerade bei wichtigen Entscheidungen ist es also ratsam, seinem Bauchgefühl zu vertrauen. Dennoch verlassen wir uns häufig lieber auf die Vernunft - der inneren "Gegenspielerin" der Intuition. Denn Intuition galt in der Wissenschaft lange als Tabu - erst ignoriert, von Sigmund Freud dann in den dunklen "Keller" unseres Ichs verbannt. Was rational nicht erklärbar scheint, ist uns unheimlich.

Wir wissen mehr als wir "denken"

Das unbewusste Wissen hat jedoch eine große Macht - in ihm sind all unsere Erfahrungen gespeichert. Wie ein "Wächter" lässt das Unbewusste nur das in unser Bewusstsein durchdringen, was für uns zählt.

Dieses Erfahrungswissen verdichtet sich zur Intuition: Sie rät oder warnt uns dann. Der Mensch weiß also viel mehr als er "denkt". Und für Albert Einstein war Intuition schließlich "alles, was zählt."

Nachfolgend eine Auswahl weiterführender Literatur:

"Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft - Die Kraft der Intuition", von Bas Kast, S.-Fischer Verlag, Preis: 17,90 Euro

"Bauchentscheidungen" von Gerd Gigerenzer, Bertelsmann Verlag, Preis: 19,95 Euro

"Intuition", von Gerald Traufetter, Rowohlt Verlag, Preis: 19,90 Euro

"Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten", von Gerhard Roth, Klett-Cotta Verlag, Preis: 24,50 Euro

ZDF-'Aspekte' 10.08.2007 http://aspekte.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,5585843,00.html

 

Anmerkung

Wörterbücher erklären Intuition auch mit 1. unmittelbares Begreifen, erfahrungsgemäßes, instinktives Erfassen von Vorgängen, Erkennen eines Zusammenhangs ohne zu überlegen, 2. plötzliche Idee, Eingebung. - "eine aus dem inneren Menschen sich entwickelnde Offenbarung" schrieb Goethe.

Wie auch immer - Gefühl und Verstand gehören aus ganzheitlicher Sicht zusammen. 'Wollen wir geistig souverän bleiben, gilt es, Intuitionen zu bedenken.' Ich halte es für ganz wichtig, meine Gefühle bewußt wahrzunehmen, um selbstbestimmter und gesünder zu leben, und um auch andere besser zu verstehen. Nützlich ist es, zu wissen, daß der Gehalt unserer Intuitionen wesentlich davon geprägt ist, was wir an ethischen Wertvorstellungen als erstrebenswert erkannt, verinnerlicht und auf Abruf bereit haben. Grundsätzlich ist der Umgang mit Gefühlen ein Gradmesser für die Menschlichkeit einer Kultur. Rudolf Kuhr

 
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Humanistische AKTION

8/2007
 


 
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Aktualisiert am 11.09.07
 

Kuschel-Partys

Cuddlepartys sind der letzte Schrei in New York 

 
Die ersten Kuschelpartys fanden in New York statt, der Stadt mit dem höchsten Singleanteil der USA. Im Januar 2004 hat Reid Mihalko, Judolehrer, Masseur und wie er sich selbst nennt, Romantiktrainer zur ersten Kuschelparty in sein Privatapartment im New Yorker Stadtteil Manhattan eingeladen. Bei ruhiger Musik, gedämpften Licht und gemütlicher Stimmung treffen sich seitdem Unbekannte einfach nur zum kuscheln, schmusen und berühren. Es wird nach festgelegten Regeln gekuschelt und Sex ist tabu. Dort müssen die Teilnehmer allerdings in Pyjamas erscheinen. Die dreistündigen Kuschelpartys, auf englisch Cuddlepartys, kosten 30,- Dollar und sind für alle Menschen gedacht, die hier ihr Bedürfnis nach Berührung stillen wollen. Die meisten Kuschler sind zwischen 20 und 40 Jahren und überwiegend Singles. Inzwischen bietet Reid seine Kuschelabende zusammen mit seiner Partnerin Marcia Baczynski, einer Beziehungs- und Kommunikationstrainerin, regelmäßig in New York, Kalifornien und Hawaii an und das Phänomen hat sich seither über Kanada, England nun auch nach Deutschland verbreitet.
 

Die Sehnsucht nach Berührung

Obwohl Körperkontakt und Kuscheln menschliche Grundbedürfnisse sind und wichtig für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden, existieren in unserer eher körperfeindlichen Gesellschaft viel zu wenig Räume und Möglichkeiten hierfür. Dabei trägt jeder Mensch das Bedürfnis und die Sehnsucht nach Berührung in sich, für viele Menschen ist es aber heutzutage schwierig sich dieses Bedürfnis im Alltag zu erfüllen. Mit unseren Kuschelpartys wollen wir einen sicheren und geschützten Raum anbieten, unsere Sehnsucht nach Kontakt und Berührung zu erfüllen. Auf unseren Kuschelpartys bist du eingeladen, in einem sicheren und spielerischen Rahmen mit den Themen Kontakt, Berührung und Nähe zu experimentieren.

Wichtig ist uns, eine geschützte und angenehme Atmosphäre zu
schaffen, in der sich jede und jeder wohlfühlen kann, Grenzen
gewahrt bleiben und wir achtsam miteinander umgehen. Es wird
nach bestimmten Regeln & Anleitungen gekuschelt, Sex ist tabu.
 

Warum Kuschelpartys ?
 

  • um berühren und berührt werden zu genießen

  • um sich in einer unterstützenden, nährenden und wohltuenden Umgebung als Frau und Mann auszuprobieren

  • um mit verschiedenen Möglichkeiten zu experimentieren, mit anderen Menschen in Körperkontakt zu treten

  • einfaches Zusammen-Sein ohne Worte: die Fähigkeit, die wir als Kinder hatten, als Erwachsene wieder neu zu lernen

  • um mit Nähe und Distanz spielerisch umgehen zu lernen und um zu üben in der Begegnung eigene Grenzen zu setzen

  • um sich in seinem Selbstausdruck auszuprobieren

  • um auf andere Art und Weise neue und interessante Menschen kennen zulernen. Gerade für Single's ist dies eine sichere
    und schöne Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen.
     

Durch eine liebevolle Berührung können wir
nichts verlieren, sondern nur gewinnen!

Auf unseren Kuschelpartys treffen sich die unterschiedlichsten Menschen aller Altersklassen (zwischen 20 und 70 Jahren) und den verschiedensten Lebenshintergründen und Einkommensniveaus. Die Kuschelpartys sind offen für jede und jeden, nicht nur für Singles. Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch viele Paare es schätzen, gemeinsam zu unseren Kuschelabenden zu kommen, egal in welcher Phase ihrer Beziehung sie sich gerade befinden.

aus der Internet-Seite www.die-kuschelparty.de

 

Wir denken zuviel und fühlen zuwenig

Charlie Chaplin

 
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Humanistische AKTION
 
4/2005
 


 
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Aktualisiert am 17.08.07