Humanistischer Infodienst

Januar bis Dezember 2001
 


Humanistischer Infodienst Dezember 2001 (an 879 Empfänger)

 
Weihnachten

Am feierlichsten ist
die Weihnacht dort,
wo dich die Schönheit
der Natur umfängt
und still dein Sinnen
aus der Enge fort
dem All verbindend
in die Weite lenkt.

Erich Limpach

 
Lesen Sie hierzu den kurzen Text "Weihnachten - feiern oder ignorieren? - Ein Beitrag zum Fest der gemischten Gefühle "

Weitere, neue Seiten:

"Die deutsche Sprache ist nicht in Gefahr - Interview mit Prof. Christian Meier von Wolfgang Hirsch"

"TV-Gebühren: Gibt's jetzt Geld zurück? - Haben die Zuschauer zu viel gezahlt? Die ARD hat 1,66 Milliarden Mark Überschuss."

"Rechtsextremismus in öffentlich-rechtlichen Fernseh-Anstalten? - Gnadenlose Androhung rechtlicher Mittel gegen gemeinnützig tätige Fernsehteilnehmer."

"FirmenPhilosophien - Anspruch und Wirklichkeit - Aus persönlicher Erfahrung."

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In eigener Sache: Dies ist die letzte Ausgabe des Humanistischen Informationsdienstes. Ich habe dieses Projekt jetzt über zwei Jahre hinweg als - auch für eine einzelne Person - praktizierbares Beispiel demonstriert und sehe darin meine mir selbst gestellte Aufgabe als Initiator erfüllt. Wenn jemand diesen Infodienst im humanistischen Sinne weiterführen will, dann bin ich gern zu einer gelegentlichen Mitarbeit bereit. Freunde, Bekannte und interessierte Mitmenschen finden auf der Seite 'Persönliches' noch einige nähere Erklärungen.

Unterstützen Sie eine humanistische Orientierung! Das Bekenntnis zum Humanismus ist ein entscheidender Schritt zu verantwortlicher Menschlichkeit!

Mit besten Wünschen für das neue Jahr

und freundlichen Grüßen

Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst November 2001 (an 879 Empfänger)

Deutschland ist jetzt erwachsen,

so hieß es in den Medien. Welches Verständnis des Begriffs "erwachsen" liegt dieser Verwendung zugrunde? Hier war die Kriegstauglichkeit im Vergleich zu den USA gemeint. Sind deshalb die USA bisher erwachsener als Deutschland? Könnte es nicht sein, daß eher ein Verzicht auf Militäreinsätze als erwachsen gelten müßte? Zumindest können die unmittelbar nach dem Anschlag erfolgten Reaktionen nicht unbedingt als erwachsen gelten.

Wir sind die besten, größten und stärksten, war da zu hören, von Rache, tot oder lebendig, Ausrottung, von einem langen, zwei bis drei Jahre dauernden Krieg und vom Kreuzzug war die Rede. Gott segne Amerika wurde immer wieder gefordert. Nicht aber gefragt wurde, was Gott eventuell damit sagen wollte und was vielleicht bisher falsch gemacht wurde. Strenge Zensur wird nun in diesem sonst so freien Land ausgeübt und niemand wagt es, darauf hinzuweisen, daß mit dem Krieg wohl auch ein großes Geschäft für die Rüstungsindustrie verbunden ist.

Dabei war eine Parallele zu Pearl Harbour naheliegend, wo damals die Regierung informiert gewesen und den Überfall als Motivation der Bevölkerung für den Kriegseinstieg gebraucht haben soll. Zu schnell hat Bush zu den Waffen gerufen und wiederholt betont, daß es sich nicht nur um einen einmaligen Gegenschlag handeln könne, sondern um einen langen Krieg, ganz so als hätte er vorbereitet den Angriff erwartet.

Die jetzt allmählich durchsickernden Informationen über Kenntnisse der Geheimdienste und über lange Zeit bestehende Verbindungen finanzieller und wirtschaftlicher Art zu dubiosen Personen und Regierungen stärken das vorhandene Mißtrauen in die Redlichkeit der US-Regierung. Hier ist wohl auch eine Ursache für die internationale Ablehnung der USA zu finden.

Wie sah das Erwachsensein bei uns aus? Die schnelle, uneingeschränkte Bereitschaftserklärung zur Kriegsteilnahme und die wiederholten Zurückweisungen jeder Kritik an den USA lassen einen Wunsch nach größerer Anerkennung unseres Staates vermuten, der wohl mehr persönlichem Prestigedenken entspringt. Es ist schon ein gewisser Extremismus, wenn die USA nur noch als die großen Erretter unseres Volkes und Überbringer der Demokratie gesehen werden, ohne daran zu denken, daß dies alles nicht nur aus edlen Motiven und völlig uneigennützig erfolgte. Bei aller selbstverständlichen Dankbarkeit muß auch unter Freunden ein gewisses Maß an kritischer Distanz gewahrt bleiben, wenn die eigene Glaubwürdigkeit erhalten werden soll.

Terrorismus ist das Endergebnis von vorhergegangenem Extremismus und Separatismus. Er ist nicht etwas eigenständiges böses an sich, sondern die sichtbar werdende Erscheinung eines sehr fein und weit verästelten gesellschaftlichen Geflechts - bildlich vergleichbar mit dem Fruchtkörper eines Pilzmyzels im Wald. Diese Komplexität zu erkennen ist wichtig, wenn es um eine nachhaltige, das heißt ursächliche Bekämpfung des Terrorismus gehen soll.

Terrorismus ist nicht allein ein Ergebnis wirtschaftlich, politisch, sozial ungerechter Verhältnisse oder religiöser bzw. politischer Ideologien, der Zünder des Sprengstoffes liegt in der gestörten Psyche einzelner instabiler, unerwachsener Menschen, genauer: männlicher Menschen. Eine wirksame Bekämpfung des Terrorismus wird sich mit der Tatsache befassen müssen, daß der Krieg männlich ist.

Aus Berichten amerikanischer Bomber-Piloten über ihren Einsatz in Afghanistan: " ... Es ist wie ein Fußballspiel ... man hat ein gutes Gefühl." (08.10.01 ZDF) "Wir warfen eine Bombe auf ein Flugzeug am Boden. Wir sahen einen Feuerball, wie im Kino - es war super!" (11.10.01 ZDF) Ein uniformierter Presseoffizier, lächelnd über den Einsatz von Superbomben: "Ja, die sollen auch Menschen töten."

Nach der Erforschung der Natur und des Weltraumes wird die Erforschung des Erwachsenseins des Menschen immer dringender. Wenn ein Bundeskanzler in einem (einige Jahre zurückliegenden) Interview zugibt: "... Eins ist klar, ich betreibe relativ wenig Selbsterforschung, aus vielerlei Gründen" und auf die Frage: "Weil Sie gar nicht wollen, daß Sie sich näher kennenlernen?" antwortet: "Ich mich selber? - Vielleicht auch das. Ich muß mir die Fähigkeit behalten, zu verdrängen, als Selbstschutz", dann müßten er - und selbstverständlich auch alle anderen Erwachsenen - sich fragen und fragen lassen, ob es nicht verantwortlicher wäre, mehr über die eigenen Motive des Handelns zu wissen.

Nach der Anschauung beliebiger Weltbilder wird die Erstellung eines universalen, realen Menschenbildes immer not-wendiger, das die wirklich freie Entfaltung des Einzelnen erst ermöglicht mit dem Ziel verantwortlicher Menschlichkeit für eine menschenwürdige und sinnerfüllende Lebensgestaltung. Eine gemeinsame ethische Orientierung mit globalen Standards, die den separierenden ethnischen und religiösen Rückbindungen übergeordnet wird, könnte dem Terrorismus nachhaltig vorbeugen und ein umfassendes, verantwortliches Erwachsensein ermöglichen.

Lesen Sie hierzu den kurzen Text "Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit - Entwurf und Aufruf zur Mitwirkung"

sowie

"Religion - abschaffen oder reformieren? - Neue Religion,  neuer Glaube - neue Hoffnung auf eine bessere Welt?"

Weitere, neue Seiten:

"Gleichgewichts-Störung - Gedanken zum 11. September 2001 aus weltanschaulichen, medizinischen und physikalischen Sichtweisen."

"Krieg ist Frieden - Die Welt muss sich nicht zwischen dem Taliban und der U.S.-Regierung entscheiden - von Arundhati Roy"

"Mit globaler Ethik gegen Terrorismus - Diskussionsbeitrag zur 'Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit' von Peter Stenzinger."

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In eigener Sache: Dies ist die vorletzte Ausgabe des Humanistischen Informationsdienstes. Ich habe dieses Projekt jetzt über zwei Jahre hinweg als - auch für eine einzelne Person - praktizierbares Beispiel demonstriert und sehe darin meine mir selbst gestellte Aufgabe als Initiator erfüllt. Wenn jemand diese Aufgabe im humanistischen Sinne weiterführen will, dann bin ich gern zu einer gelegentlichen Mitarbeit bereit. Freunde, Bekannte und interessierte Mitmenschen finden auf der Seite 'Persönliches' noch einige nähere Erklärungen.

Unterstützen Sie eine humanistische Orientierung! Das Bekenntnis zum Humanismus ist ein entscheidender Schritt zu verantwortlicher Menschlichkeit!

Freundliche Grüße

Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst Oktober 2001 (an 862 Empfänger)

Ursachen des Terrorismus beseitigen!

Ganzheitliche Sichtweisen zur nachhaltigen Überwindung des Terrorismus sind erforderlich!

Wenn nach der Befriedigung von Rachegefühlen, nach Vergeltung, tätlicher Bestrafung und der Räumung von US-Waffenlagern nachhaltige Lösungen des Terrorismus-Problems angestrebt werden sollen, dann müssen die eigentlichen Ursachen des Terrorismus gesucht, gefunden und beseitigt werden. Mit der Tötung von Gegnern und mit Sicherheitsmaßnahmen gegen Gefahren von außen sowie Demonstrationen gegen Gewalt oder Ermahnungen zur Besonnenheit ist es nicht getan.

Die Grünen fordern zwar: "Ursachen des Terrorismus beseitigen" Aber schon kurz darauf weiter: "Diese Ursachen - darauf werden wir auch in der innenpolitischen Diskussion bestehen - sind keine Frage von Kultur oder Religion." Und auch der Bundeskanzler hat diese beiden Bereiche sehr schnell ausgeklammert. - Hier wird vorschnell ein Verzicht ausgesprochen, der auf individuelle innere Unsicherheit und demzufolge eine Tabuisierung von Religion und Kultur schließen läßt. Aber gerade diese Bereiche sind bestimmend für die ethische Qualität menschlicher Zivilisation, der eigentlichen Grundlage innerer Sicherheit.

Was muß nach dem bisher größten zivilen Terroranschlag aller Zeiten noch alles passieren, daß endlich die verschiedenen Religionen und Kulturen auf ihre Mißbräuchlichkeit hin untersucht und entsprechend reformiert werden? Oder daß - alternativ - zeitgemäße, globale ethische Standards benannt werden, die rational überzeugend und weniger mißbrauchbar sind? Müßte es nicht zumindest zu hinterfragenden, konstruktiven Gesprächen zwischen den Kulturen und Religionen kommen?

Warum werden die biologischen Anlagen männlicher Aggressivität in den Religionen und Kulturen verstärkt anstatt transformiert? Warum werden Kinder zu religiösen und ethnischen Separatisten erzogen anstatt zu gleichberechtigten Mitgliedern der einen Menschheit? Warum werden ihnen religiöse Heil-Mittel verabreicht, anstatt die Entwicklung ihrer eigenständigen, selbstbestimmten Identität zu ermöglichen?

Der streitbare Michel Friedman ("Ich bin ein geistiger Anarchist!" SPIEGEL ONLINE vom 25.07.01 und "Michel Friedman sucht ganz bewußt die Konfrontation" sowie "Michel Friedman hakt nach und bleibt hartnäckig" so die Ankündigungen seiner Sendung "Vorsicht Friedman" in Fernseh-Programmzeitschriften) erhielt am 28.08.01 zum 3. Mal nachfolgenden Brief, der hier nun zum 4. Mal als offenen Brief versandt wird in der Hoffnung, wenn nicht von ihm, so doch vielleicht von einem anderen Juden auf eine grundlegende Frage eine Antwort zu bekommen.

"Sehr geehrter Herr Friedman,

Ihre Äußerung im Fernsehen, nach der ein Bezug auf christlich-abendländische Kultur gewissermaßen auch als rassistisch angesehen werden kann, die finde ich einleuchtend, mutig und wichtig. (Daß diese Äußerung von Ihnen als Jude kommt, das verschafft ihr hier in Deutschland vielleicht eher Gehör.)

In Weiterführung Ihrer Äußerung denke ich, daß die jüdische Kultur nach allem was Geschichte und Gegenwart zeigen noch wesentlich stärker ab- und ausgrenzend wirkt.

Was würden Sie davon halten, über das Christentum, das Deutschtum, das Judentum usw. das Menschentum zu stellen? Würde in einem ganzheitlich verstandenen, universell und integrierend wirkenden Humanismus als ethische Orientierung nicht am ehesten eine nachhaltige Stabilisierung von Mensch, Gesellschaft und Menschheit zu erwarten sein?

Über eine kurze Stellungnahme (zumindest Eingangsbestätigung) würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Kuhr"

Der kritische Dialog zwischen Religionen und Kulturen, ein gegenseitiges und eigenes Hinterfragen mit dem Ziel des Verstehens, Stabilisierens und Weiterentwickelns unter dem übergeordneten Gesichtspunkt menschenwürdigen Miteinanderlebens ist nach dem 11. September not-wendiger als je zuvor. - Separatismus ist die Vorstufe zum Extremismus, und Terrorismus dessen Fortsetzung. Ganzheitliches Denken und Handeln dagegen ist Voraussetzung für Verständnis und Verständigung.

Lesen Sie hierzu den kurzen Text "Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit - Entwurf und Aufruf"

sowie

"Grundgesetz benachteiligt Kinder - Widersprüche behindern gesellschaftliche Weiterentwicklung"

 
Hier das Ergebnis der jüngsten Wahlen am 21.10.01 in Berlin aus ganzheitlicher Sicht:

Amtliches Ergebnis

SPD 29,7; CDU 23,7; PDS 22,6; FDP 9,9; Grüne 9,1; and. 5 %

Das Ergebnis unter Einbeziehung der Nichtwähler, der mit 31,8 % stärksten Gruppe aller Wahlberechtigten:

SPD 20,3; CDU 16,2; PDS 15,4; FDP 6,8; Grüne 6,2; and. 3,4 %

Es wäre im Sinne einer nachhaltigen Realpolitik, sowohl auf kommunaler, als auch auf globaler Ebene, mehr als bisher ganzheitlich zu denken und zu handeln. Eine Nichtbeachtung und Vernachlässigung von Mitmenschen wird sich zunehmend nachteiliger für die Gesamtheit erweisen.

Eine Möglichkeit, die Nichtwähler mehr als bisher mit einzubeziehen, wäre - wie es bereits in Rußland üblich sein soll - auf den Stimmzetteln eine Rubrik "keine der genannten Parteien" einzuführen. Hier könnten jene Nichtwähler ihre Meinung zum Ausdruck bringen, die sich nicht zu den Gleichgültigen und damit gewissermaßen zu den Trittbrettfahrern der Demokratie zählen lassen wollen.

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Freundliche Grüße

Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst September 2001 (an 836 Empfänger)

Aufgrund der Ereignisse vom 11. September in den USA hier noch
einmal der unveränderte, jetzt noch aktuellere Text vom Vormonat:

Humanistischer Infodienst August 2001 (an 828 Empfänger)

Menschen-Versuche sind nötig!

Versuche an lebenden Menschen sind erforderlich, wenn es zu gesellschaftlichen und weltweiten Verbesserungen in zwischenmenschlichen Bereichen kommen soll. Und zwar ausschließlich Selbstversuche z.B. nach nach dem Vorbild des Arztes Forßmann mit dem Herzkatheter. Allerdings mit einem wesentlich geringeren Risiko für die Gesundheit.

Jeder, der versucht die Probleme ganzheitlich zu sehen, wird erkennen, daß die Ursachen für menschenunwürdiges Verhalten bei ethnisch- religiösen Konflikten ihre Wurzeln in irrealen, traditionellen Vorstellungen haben. In Israel/Palästina ist dies einerseits z.B. die Berufung auf einen Gott, der seinen Anhängern ein bestimmtes Land zugesprochen hat. Auf der anderen Seite ist es die Vorstellung vom Paradies, in welches ein Märtyrer gelangt, wenn er sich und andere tötet.

Daß diese tieferen Ursachen des Gewaltpotentials von den Betroffenen nicht erkannt, kritisiert und überwunden werden, das ist angesichts der Aktualität der Konflikte verständlich. Daß von unserer Seite diese Ursachen verdrängt werden, das ist angesichts der eigenen Bindungen an solche irrealen, traditionellen Vorstellungen zwar auch verständlich, aber nicht zu billigen weil unverantwortlich, ja unwürdig.

Hierzu ein Zitat: "Das Hereintragen der alten, zum Teil noch urweltlichen Kultusformen in unsere Zivilisation ist eine monströse Tatsache und die Stellung, welche der Geistliche, dieses europäische Äquivalent des amerikanischen Medizinmannes und afrikanischen Almamy, unter uns einnimmt, ein so insolenter Triumph der Feigheit, Heuchelei und Geistesträgheit über die Wahrheit und Gesinnungsfestigkeit, daß er allein genügen würde, um unsere heutige Kultur als eine durch und durch verlogene, unsere staatlichen und gesellschaftlichen Lebensformen als schlechterdings unhaltbare zu charakterisieren." (Max Nordau: Die conventionellen Lügen der Kulturmenschheit, Leipzig 1883)

Es ist heute nicht mehr zu verantworten, die Spaltung des Menschen in den einerseits irreal blindgläubigen und andererseits real sachbezogenen beizubehalten. Ebenso ist es nicht mehr verantwortbar, die biologischen Gegebenheiten menschlicher Antriebe länger im Dunkeln zu lassen. Was ist das für eine unwürdige menschliche Kultur, welche die Tatsache, daß die Gewalt fast ausschließlich männlich in Erscheinung tritt, nicht hinterfragt und lediglich soziale Gründe dafür sucht. Hier kommt mir die Passage aus einer Rede unseres Ex-Präsidenten Roman Herzog in den Sinn, der das Bemühen, die Verbrechen der Nationalsozialisten aus der geschichtlichen Erinnerung auszublenden, eine besondere Form intellektueller Feigheit nannte.

Eine allgemeine Form intellektueller Feigheit ist das Festhalten an traditionellen Mythen als wesentliche Grundlagen unserer, gern als christlich-abendländisch bezeichneten Kultur. Es kann nicht ohne Folgen für das Handeln der Menschen sein, wenn sie schon als Kinder lernen, grundlegende Fragen des Lebens zu verdrängen und fragwürdige Vorstellungen zu glauben. Die Vorhaben von Konfliktvermittlern und Friedensforschern müssen solange reine Symptombehandlung bleiben, als die Experten eine Einbeziehung der eigenen Person in die Erforschung und Berücksichtigung der tieferen Ursachen von Konflikten vermeiden.

Im Zuge der Globalisierung wäre es angebracht, den Menschen in seiner Ganzheit in politische Überlegungen mit einzubeziehen. Ganzheitlichkeit und Wahrhaftigkeit würden bedeuten, nicht nur die Bezüge der eigenen Identität sowie die existentielle geistig-emotionale Rückbindung zu berücksichtigen, sondern darüber hinaus auch die Motive des eigenen Denkens und Handelns. Erst ein solches Vorgehen würde zu den Ursachen und zu nachhaltigeren Verbesserungen führen. Alles andere bleibt im Rahmen der bisherigen oberflächlichen und kurzfristigen Lösungen.

Es braucht heute mutige Menschen, die bereit sind zu Selbstversuchen, um beispielhaft eine durch alle Bereiche der Persönlichkeit gehende Wahrhaftigkeit zu entwickeln als Grundlage innerer Sicherheit. Es braucht Menschen, die versuchen, ihren anerzogenen Glauben an Mythen zu hinterfragen, zu überwinden und stattdessen einen radikal realitätsbezogenen Glauben anzunehmen, der sich an den Möglichkeiten verantwortlichen Menschseins orientiert. Ein Wandel der christlich-katholischen, -evangelischen, -orthodoxen und sonstigen Kirchen zu humanistischen Kirchen wäre eine epochale, beispielhafte und menschenwürdige Aufgabe.

Es braucht Menschen, die über ihre ethnische Identifizierung eine alle Menschen vereinende setzen und sich über Deutschtum, Judentum und andere separierenden Bekenntnisse hinaus öffentlich zum universalen Menschentum bekennen. Der technischen und wirtschaftlichen Globalisierung muß endlich die menschliche folgen, wenn ein Anspruch auf Menschenwürde aufrecht erhalten und der unwürdigen tödlichen Gewaltanwendungen wirksam, das heißt ursächlich begegnet werden soll. Es gilt, ein wahrhaftiges Menschenbild zu erstellen sowie globale ethische Standards z.B. im nachhaltigen Rahmen einer entsprechenden Stiftung. Jeder verantwortungsbewußte Bürger ist zur Mitwirkung und Werbung dafür aufgefordert.

Lesen Sie hierzu den kurzen Text "Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit - Entwurf und Aufruf"

sowie

"Frieden, Demokratie und Religion - Fördert oder behindert Religion Demokratie und Frieden?"

Weitere, neue Seiten:

"Studium generale im Fernsehen. Eines der Themen: 'Vom Belügen der Leute. Religionskritisches, Christentumskritisches und andere starke Stücke."

"Vorbilder: Mit Vollgas ins Ausland - Die Schumacher-Brüder auf Steuerflucht"

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Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst Juli 2001 (an 725 Empfänger)

Menschen-Unwürde

... bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Israel/Palästina, Nord-Irland, Ex-Jugoslawien, Nord-Spanien ... - nichts ungewöhnliches heutzutage. Bei uns ist die Menschenwürde seit dem Grundgesetz unantastbar (Gott sei Dank!). Zu fragen wäre, welche Art der Einmischung von unserer Seite menschenwürdig wäre.

Kriegsgeschrei
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Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, im Kosovo,
Die Völker aufeinanderschlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried' und Friedenszeiten.

(J.W.v.Goethe)

Was hat sich seit Goethe verändert? - Nun, wir sehen Bilder vom Kriegsgeschehen auch im Fernsehen. Gut - und wir raten zu Verhandlungen, spenden viel Geld, vielleicht sogar Waffen (als landwirtschaftliche Maschinen deklariert?). Einige helfen auch individuell direkt. Aber sonst? - Nach den Ursachen fragt auch heute noch kaum einer. Und so werden wohl die Konflikte weiter zur gewohnten Normalität des Alltags gehören.

Als ob wir seit Goethe nichts dazugelernt hätten. Dabei hat sich auf den Gebieten Soziologie und Psychologie sehr viel getan. Warum wird davon kein Gebrauch gemacht, um die Ursachen der Konflikte zu beseitigen?

Lesen Sie hierzu den kurzen Text 'Werkstatt Europa'

sowie die neue Seite

"Bruderhaß und Bruderliebe - Ursachen und Lösungen zum Konflikt in Israel/Palästina aus christlicher und aus humanistischer Sicht."

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Rudolf Kuhr

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Humanistischer Infodienst Juni 2001 (an 805 Empfänger)

Wettbewerb 'Kinderrechte sind Menschenrechte'

Vom 19.-21.9.01 führen die Vereinten Nationen in New York eine große Konferenz durch, um darüber zu beraten, wie die Lage aller Kinder auf der Welt verbessert werden kann. Grundlage ist die UN-Kinderrechtskonvention, die weltweit für alle Kinder im Alter von 10-17 Jahren gilt und von 191 Staaten ratifiziert wurde. Ziel ist es zu überprüfen, inwieweit der Aktionsplan, der 1990 auf dem Weltkindergipfel verabschiedet wurde, erfüllt wurde. Zum ersten mal sollen Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt die Möglichkeit haben, sich an der Konferenz zu beteiligen und ihre Meinung einzubringen.

Auch aus Deutschland werden 4 Kinder und Jugendliche als Mitglieder der Regierungsdelegation nach New York fliegen. Das Bundesjugendministerium hat deshalb mit Unterstützung der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und der Kindernachrichtensendung LOGO einen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem Kinder und Jugendliche, die sich für die Kinderrechte einsetzen, teilnehmen können. Bewerbungen können auch online abgegeben werden. Informationen gibt es auf www.tivi.de , Adresse: ZDF, Postfach 4040, 55100 Mainz, Tel 06131-70-1, Fax 06131-70-6864.

Wettbewerb "Demokratie Leben"
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Initiatoren des Wettbewerbs "Demokratie Leben" sind der Deutsche Bundestag und der Iniativkreis "Demokratie Leben". Bewerben können sich Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die sich besonders im Bereich von Demokratie-Erziehung engagieren, die mit Projekten zur Überwindung von Intoleranz und Gewalt zur Mobilisierung zivilgesellschaftlicher Kraft in diesem Themenfeld beitragen und sich besonders an Jugendliche wenden. Preise: Es werden bis zu 10 Projekte ausgezeichnet, für die insgesamt 30.000 DM zur Verfügung stehen. Weitere Informationen und Ausschreibungsformulare sind bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die die Umsetzung des Wettbewerbs übernommen hat, Tel. 030 / 280 70 00, Fax 030 / 283 22 02 oder unter info (ät) dkjs.de zu erhalten. Bewerben koennen Sie sich bis zum 15. September 2001.

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Diese Infos sind aus einem Rundbrief des Initiativkreises "Mehr Bürgerdemokratie" <Ein Projekt der Theodor Heuss Stiftung und der Stiftung Mitarbeit> http://www.zivilgesellschaft.de

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Weitere, neue Seiten:
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"Aus der Tätigkeit der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU)"

"Kirchen-Opfer heute - Bericht aus einer Kindheit im 'Kinderhaus der Liebe St.Hedwig'."

"Fernseh-Quoten - Wie sie entstehen."

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Rudolf Kuhr

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Humanistischer Infodienst Mai 2001 (an 821 Empfänger)

Stolz, ein Deutscher zu sein?

Dieses Thema ist noch immer Gegenstand von Diskussionen in den Medien. Das zeigt die Bedeutung von Begriffen wie Stolz für das Gefühl und die Identität und von den Zusammenhängen, gegenseitigen Abhängigkeiten und Wirkungen.

Es erhöht meist das Selbstwertgefühl, wenn das Bekenntnis zu einer größeren, allgemein anerkannten Gruppe angesprochen wird. Zumindest bei denjenigen, die noch nicht ausreichend ihren eigenständigen, selbstbestimmten Selbstwert gebildet haben und vielleicht außerdem noch diskriminiert werden. Der schnelle und bequeme Zugewinn an individuellem Selbstwert durch die Anleihe an einen fremden, kollektiven Wert hat nicht selten seine unangenehmen Nebenwirkungen, vor allem dann, wenn der kollektive Wert ein abgrenzender und der individuelle Selbstwert zu gering ist sowie Bedrohung und Manipulation im Spiel sind.

Stolz ein Deutscher zu sein, das kann in manchen Ländern noch immer oder bereits wieder auf Ablehnung stoßen. - Im Baskenland kann es vermutlich gefährlich werden, stolz wie ein Spanier zu sein. - Wie wenig Sinn es macht, auf etwas stolz zu sein, das einem ohne eigenes Verdienst zugefallen ist, das zeigen Beispiele wie: stolz, ein Mann, eine Frau, ein Mensch zu sein.

Es gibt Wörter, deren Bedeutung sich gewandelt hat, oder die heute nicht mehr angebracht sind und mitunter sogar peinlich wirken. Auch die Zusammenhänge spielen da eine Rolle. Wenn beispielsweise von Helden die Rede ist, dann mag dies bei griechischen oder germanischen Mythen keine Schwierigkeiten machen, anders ist das schon bei der Verwendung für Zeitgenossen.

Bei der Anwendung des Wortes höflich denkt sich noch kaum jemand etwas in Bezug auf die Herkunft, obwohl heute das Wort freundlich sinnvoller wäre.

Ein Groß-Deutschland beispielsweise wird bei uns heute kein vernünftiger Mensch mehr fordern, und auch ein Groß-Serbien nur noch wenige Serben, anders ist es bei Groß-Britannien, dem allgemeinen Ansehen dieses Begriffes hat seltsamerweise auch die wenig rühmliche Kolonialgeschichte des - gern als Mutterland der Demokratie angeführten - Vereinigten Königreich Englands wenig geschadet.

Selbst der Begriff Gott für den höchsten Wert vieler Menschen ist für nicht wenige durch Mißbrauch und beliebige Auslegung und Benutzung zum Unwort geworden und könnte durch 'verantwortliche Menschlichkeit' ersetzt werden, wenn es um einen umsetzbaren höchsten Wert geht. Stolz sein könnte dann jeder, der sich selbst und anderen gegenüber eingestehen kann, nicht alles erkennen und glauben zu müssen und trotzdem eine praktikable Orientierung für eine sinnvolle Lebensgestaltung zu haben.

Lesen Sie zum Begriff Stolz eine Auswahl von ca. 50 Zitaten wie z.B. "Die Wissenschaft, richtig verstanden, heilt den Menschen von seinem Stolz; denn sie zeigt ihm seine Grenzen." (Albert Schweitzer)

Hier ein Hinweis auf eine Veranstaltung von gesellschaftlich innovativer Bedeutung:

3. Sommer-Akademie für politische Quer-Denker und Quer-Tuer vom 07. bis 11. Juli 2001.

Es werden überzeugende Perspektiven, nachhaltige Impulse, orientierende Leitideen und Visionen gesucht. Die Sommerakademie ist ein Forum der Präsentation innovativer Ideen. Zur diesjährigen "Sommer-Akademie für Quer-Denker" haben ihre Mitwirkung u.a. angekündigt: Erhard Eppler und Caspar Einem zum Bereich "Visionäre politische Modelle"; Prof. Dr. Luise Gubitzer zur "Alternativen Ökonomie"; Prof Dr. Dr. F. J. Radermacher zum "Europäischen Ansatz für eine bessere Zukunft"; Dr. Gerd Mutz von der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" und Walter Spielmann von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen.

An die Quer-Denker schließt sich die 1. Sommer-Akademie für politische Quer-Tuer vom 11. bis 15. Juli 2001 an. In ihr geht es um kreative, mutige, wegweisende Initiativen und bereits realisierte Modelle. Die Repräsentanten des "Bürgerschaftlichen Engagements" und die Begründer sozial innovativer Projekte aus zahlreichen europäischen Ländern werden hier zusammentreffen, um ihre Aktivitäten zu erläutern, die zum gemeinwohlorientierten Engagement anregen. Die Initiativen können so in einen Erfahrungsaustausch eintreten und länderübergreifende Netzwerke können entstehen. Zu dieser "Sommer-Akademie für Quer-Tuer" haben zugesagt u.a.: "Netzwerk weltweite Projekte"; "Chances-Park Foundation e.v."; HEI - Haus für Eigenarbeit; Caf / Agenda-Transfer; "TransFair" / "Rugmark"; "Nordlicht-Klimaschutz-Aktion"; GLS Gemeinschaftsbank; Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (Salzburg); "Ideen-Bank" (Norwegen); "Chaos-Piloten" (Dänemark); "Netzwerk für alternative und solidarische Ökonomie" (Frankreich); Stiftung "ALPHA" (Rumänien); "Fundacja Nowy Staw" (Polen).

Veranstaltungsort und Anmeldung: Katholisch-Soziales Institut der Erzdiözese Köln, Selhofer Str. 11, 53604 Bad Honnef, Internet: www.ksi.de

Weitere, neue Seiten:
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"Lebensliebe - vielfach nur Doppelmoral. Gedanken zur Sterbehilfe von Wolfgang Fischer."

"Die 10 Gebote für eine glückliche Familie - Die besten Strategien für ein neues WIR-Gefühl."

"Barbies Fleisch - Englisch ist die Weltsprache - und genau darum zerfällt sie."

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Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst April 2001 (an 798 Empfänger)

Nach-österliche Betrachtung

Für viele ist Ostern eines der wichtigsten allgemeinen Feste im Jahr, schon wegen des zweiten beziehungsweise dritten Feiertages und des damit verbundenen verlängerten Wochenendes. Für nicht wenige erschöpft sich in dem sich daraus ergebenden Kurzurlaub der Sinn der Feiertage.

Konservativ ausgerichtete Menschen setzen die gewohnten Bräuche meist ungefragt fort, sie empfinden in ihnen eine, vom Alltag ablenkende, Zugabe zu ihrer sonstigen Lebensweise. Kritische Menschen hinterfragen die Bräuche und lehnen sie nicht selten als überholt ab oder orientieren sich bewußt nur an dem religiösen Gehalt der Osterbotschaft. Als ganzheitliche und global denkende Menschen würden sie sich nicht damit zufrieden geben, weil darin für sie mehr und anderes enthalten ist.

Angesichts zunehmender Zerstörung der Natur und unserers gesellschaftlichen Friedens würden sie sich fragen, ob solche altgewohnten Feste bisher diese Entwicklung nicht indirekt unterstützt haben, und ob es nicht an der Zeit sei, Feste wie dieses mit einer zeitgemäßeren Sinngebung zu verbinden, die für alle Menschen begreiflich etwas zur Heilung unserer Welt beitragen könnte.

Lesen Sie hierzu den kurzen Text über die Entstehung, die bisherige und mögliche neue Bedeutung des Festes mit einigen wesentlichen Zitaten:

'Ostern - Fest der Auferstehung? - Altes Brauchtum kritisch hinterfragt und neu betrachtet.'

Weitere, neue Seiten:

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"Schleichwerbung - wie weit darf sie gehen? Mit versteckten Werbe-Botschaften verdienen Produktionsfirmen viel Geld."

"Kinder und das liebe Geld - Was sie kaufen, ihre Schulden, Taschengeld-Tipps"

"Lach-Meditation - Ein Weg zu sich und der Welt. Bericht über eine wiederentdeckte Medizin von Roland Schutzbach."

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Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst März 2001 (an 763 Empfänger)

Wahlverdrossenheit - Politikverdrossenheit - Demokratieverdrossenheit
Wo bleibt die Menschenwürde einer Kulturnation?
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KULTUR -

unsere real existierende, gesellschaftliche Leit-Kultur, für viele tritt sie erst ins Bewußtsein als künstlerische oder auch gekünstelte Unterhaltung, für einige als profitabler Bereich, an Kultivierung verantwortlicher Menschlichkeit und Menschenwürde wird jedoch kaum gedacht.

"Jeder Mensch hat grundsätzlich von Natur aus die Anlage,
einen hohen Grad von Weisheit zu erlangen. Die bisherigen
Kulturen lassen jedoch eine solche Entwicklung nur in
Ausnahmefällen zu. Die Menschheit insgesamt zeigt keine
Weisheit, sie gleicht einem Bakterienstamm, der sich
ungehemmt solange vermehrt, bis seine Lebensgrundlagen
verbraucht sind. - Kultur braucht deshalb eine grundlegende
geistige Erneuerung: eine humanistische Orientierung!"

Die Wahlen geben wieder einmal einen Einblick in die Beschaffenheit und Auswirkung unserer Kultur, die von verantwortlicher Menschlichkeit weit entfernt ist. Die stärkste Gruppe dieser Wahlen beispielsweise, die Nichtwähler mit 37 % bleiben bei der Zählung unberücksichtigt.

Hier die Ergebnisse in ganzheitlicher Einbeziehung der Nichtwähler, die offiziellen Zahlen in Klammern dahinter:

Baden-Württemberg: NW 37,4 (0); CDU 28 (44,8); SPD 20,8 (33,3); FDP 5,1 (8,1); Grüne 4,8 (7,7); REP 2,8 (4,4); Andere 1,1 (1,7);

Rheinland-Pfalz: NW 37,7 (0); SPD 27,8 (44,7); CDU 22 (35,3); FDP 4,9 (7,8); Grüne 3,2 (5,2); Andere 4,4 (7);

Lesen Sie hierzu die noch immer gültigen Kritikpunkte zur Wahlbeteiligung und Wahlberichterstattung:

Offizielle Zahlen der Wahl-Ergebnisse sind undemokratisch! - Wahlverweigerung? - Wahlenthaltung oder Stimmenthaltung?

Lesen Sie auch zum Thema Kultur den kurzen Ausschnitt aus einer Internet-Seite:

Kultur heute - Eine kritische Bilanz

Weitere neue Seiten:

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"Nach uns die Sintflut - Frisst die Staatsverschuldung die Zukunft? Eine Notiz über Verantwortliche, Ursachen und Notwendigkeiten."

"open source = unamerikanisch? - Microsofts Nummer Zwei empört sich über zuviel Freiheit"

"Säkularisierung in Deutschland - Soziologische Befunde und die Perspektiven freigeistiger Verbände."

"Der wunde Punkt - Die Kunst, nicht unglücklich zu sein - Zwölf Schritte zur Überwindung unserer seelischen Problemzonen. Von Wayne W. Dyer (Buch-Info mit 103 Kapitel-Überschriften)"

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Freundliche Grüße

Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst Februar 2001 (an 788 Empfänger)

Signale einer Notwehr!

Zwei Briefe - in Anbetracht der allgemeinen, zunehmenden Informations-und Reizüberflutung nicht unbedingt nur privat und unpolitisch - stellvertretend für vermutlich manch andere Betroffene:

Sehr geehrter Herr Dr. Fiedler,
sehr geehrte Damen und Herren,

obwohl ich seit etwa vier Jahrzehnten Ihre Zeitschrift beziehe, und auch schon mal Anregungen zu Verbesserungen gab, die teilweise verwirklicht wurden, möchte ich nun doch die Zeitschrift abbestellen.

Ihre Zeitschrift 'BARMER - Das aktuelle Gesundheitsmagazin' ist in den letzten Jahren immer bunter, umfangreicher und mit mehr Werbung durchzogen, so daß sie für mich immer unübersichtlicher und zeitraubender geworden ist.

Es mag Menschen geben, für die es eine Freude ist, wenn sie etwas zu lesen im Briefkasten finden. Für mich ist es meist ein Horror, weil die Info-Medien von den verschiedensten Organisationen und Verbänden immer mehr zum Werbeträger und zur Selbstdarstellung der Fähigkeiten ihrer Macher werden.

Wahrscheinlich sind diese Werke irgendwo sogar auch gut gemeint, ein gewisser Autismus läßt jedoch vermutlich deren Nebenwirkungen auf die Empfänger nicht bewußt werden. Die wenigen wirklich wichtigen Informationen erhalte ich über die öffentlichen Medien sowie nötigenfalls durch Ihre regionale Geschäftsstelle.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichem Gruß

Rudolf Kuhr

München, 04.02.01

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Sehr geehrter Herr Dr. Funk,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen für Ihre bisherigen interessanten Zusendungen, möchte Sie nun jedoch darum bitten, mich aus der Adressenliste zu streichen, da ich mit dem Lesen der hereinkommenden Papiere nicht mehr nachkomme.

Meine innere Verbundenheit zu Ihrem wichtigen und geschätzten Aufgabenbereich 'Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft' bleibt nach wie vor bestehen, zumal Sie ja für mich durch das Internet jederzeit erreichbar sind.

Falls Sie Ihrerseits Interesse daran haben, die thematische Verbindung durch einen Link-Tausch zu zeigen, würde ich mich freuen.

Mit besten Wünschen
und freundlichen Grüßen

Rudolf Kuhr

München, 04.02.01

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In Zusammenhang mit der Informationsflut und deren unterhaltend und informierend gemeinten aber oft belästigenden, beeinflussenden und vielleicht sogar psychisch nachhaltig schädigenden Aufmachung wäre es wohl dringend erforderlich, die öffentlich-rechtlichen Medien mehr als bisher einer entsprechenden Kritik aus menschlicher Sicht zu unterziehen. Die offiziell als kommerziell geltenden Veranstalter genießen ja ohnehin weitgehend Narrenfreiheit, was die gesellschaftliche Verantwortung betrifft.

Hierzu ein Hinweis auf den - schon älteren - Entwurf zu einer Bürger-Initiative Medien', der jedoch nichts an seiner Aktualität verloren hat und auf Umsetzung durch verantwortliche Bürger wartet:

"Bürger-Initiative Medien (BIM) - gemeinnützig - überparteilich - bundesweit - Mündige Menschen mögen mitgestalten!"

Weitere neue Seiten:

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"eMail-Kettenbriefe und Warnung vor Computer-Viren - was tun? "

"Intact e.V. - Internationale Aktion gegen Beschneidung von Mädchen und Frauen."

"Supervision als Möglichkeit - am Beispiel für Lehrer"

"Rettungsprinzip Liebe - Chancen für Natur und Mensch. Von Wolfgang Fischer. Buchbesprechung mit Kapitel-Überschriften."

"Kosmosofie - Der Umstieg zu den höchsten Werten der Weltkultur, Lehrbuch von Bert Tellan (Buch-Info)."

"Gingko - meditatives Gedicht von Goethe mit Foto eines Blattes vom Gingkobaum"

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Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION


Humanistischer Infodienst Januar 2001 (an 725 Empfänger)

... für verantwortliche Menschlichkeit durch Wahrhaftigkeit.

Zur BSE-Krise:

"Tierärztin warnte schon vor 10 Jahren!

Unglaublich, aber wahr: Tierärztin Dr. Margrit Herbst, 60, aus Brokstedt in Schleswig-Holstein warnte schon l990 vor BSE - und verlor deshalb ihren Job. Damals prüfte die amtliche Veterinärin auf dem Schlachthof der Norddeutschen Fleischzentrale in Bad Bramstedt den Gesundheitszustand der Rinder. Bis 1994 entdeckte sie 2l Tiere mit BSE-Symptomen! Dr. Herbst: "Doch weder an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover noch im Kieler Landwirtschaftsministenium nahm man meine Warnungen ernst." Als sie sich daraufhin an die Medien wandte, flatterten ihr prompt die Kündigung und eine Klage des Fleischkonzerns ins Haus. Ihr trauriger Triumph: Jetzt hat der Wahnsinn alle Verantwortlichen, die damals vor dem Problem die Augen verschlossen, eingeholt... (TVneu 3/01)"

Bisher gibt es - noch - keine Erkenntnisse, daß auch von Milchprodukten wie Sahne, Butter, Joghurt und Käse die Krankheit übertragen wird, so das Bundesministerium für Ernährung. Aber bis vor einigen Wochen war auch unser Landwirtschaftsminister noch "felsenfest" davon überzeugt, daß Deutschland frei von BSE sei. Doch selbst die Auswirkungen allein durch infiziertes Fleisch lassen einige Wissenschaftler und skeptische Laien einen dramatischen Anstieg an Erkrankungen und Todesfällen in der Bevölkerung in den kommenden Jahren befürchten.

Aus humanistischer Sicht wird an dieser Krise nicht nur ein agrar-technischer Fehler, sondern der allgemein verbreitete Mangel an verantwortlicher Menschlichkeit deutlich, sowohl bei der Industrie, bei Politikern, als auch auf Seiten der mitunter gern als mündig gesehenen Verbraucher. Auch die Medien verstärken in ihrer vordergründigen Eigendynamik und ethischen Konzeptionslosigkeit eher diesen Mangel, als daß sie dem entgegenwirkten.

So darf wieder einmal daran erinnert werden, daß Glaube an Machbarkeit und Wirtschaftswachtum einerseits und an christlich-abendländische Kultur andererseits zu einer menschenwürdigen Lebensgestaltung nicht mehr ausreichen. Heute bedarf es offensichtlich einer zusätzlichen, übergeordneten Orientierung wie des Humanismus, der ausdrücklich ein Wachstum an verantwortlicher Menschlichkeit zum Ziel hat.

Neue Seite zur BSE-Krise:

"BSE-Angst - Was darf ich noch essen? - Ist Bio-Fleisch wirklich sicher? Oder Rindfleisch aus Argentinien? Was ist mit Wurst, Lamm- und Schweinefleisch? Und muss der Mensch überhaupt Fleisch essen? Experten beantworten die wichtigsten Fragen"

Weitere neue Seiten:

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"Notizen - Verschiedene Informationen, die von gesellschaftlicher Bedeutung sein könnten. Z.B.: Sterbehilfe straffrei? - Jesus-Gewinnspiel im Internet - Erzbischof warnt: "Europa ist gottlos" - Briefwechsel zur Internetpräsenz des ZDF"

"Selbsthilfe - Gespräch mit Prof. Heiner Keupp über die vielen Formen der Hilfe."

"Die Ego-Polizei - Beitrag zur ZEIT-Debatte über "Menschenpflichten"."

"Arbeitskreis Neue Erziehung e.V. - bestärkt Eltern, demokratische und humanistische Werte im Erziehungsalltag zu praktizieren."

"Schwere Vorwürfe gegen eine seit 26 Jahren bestehende Lebensgemeinschaft mit über 100 Mitgliedern in Füssen/Allgäu."

"Zoff im Gymnasium - Ausstellung über Inquisition und Hexenverfolgung wieder abgebaut."

"Der Gefühlsstau - Ein Psychogramm der DDR. Inhaltsverzeichnis (48 Kapitel-Überschriften) des Buches von Hans-Joachim Maaz."

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Rudolf Kuhr

Humanistische AKTION

 

Humanismus ist unter den Religionen, Konfessionen, Weltanschauungen und sonstigen
geistigen Rückbindungen diejenige ethische Orientierung, die bereits mit ihrem Namen
den direkten Weg und das eigentliche Ziel sinnvollen Handelns enthält und deren
Maßstäbe real, plausibel und wissenschaftlich haltbar zu begründen sind.

 
Über den Sinn des Informations-Dienstes  -  Ausgabe 2000  -  Ausgabe ab 2002   -   Reaktionen
 



 
Humanistische AKTION

1/2001
 
Kritik, Anregungen zu Form und Inhalt Dialog sowie unveränderter Nachdruck bei Quellenangabe
und Belegexemplar erwünscht. Kürzungen und Änderungen nach Absprache möglich.

 
 


 
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Aktualisiert am 22.07.05