Kinder und das liebe Geld

Was sie kaufen, ihre Schulden, Taschengeld-Tipps
 

Sie träumen noch vom Führerschein und können - zumindest statistisch - über ein Vermögen in Milliarden-Höhe verfügen. Die "Generation @" und das liebe Geld: Woher sie es hat, was sie kauft und wofür sie spart - TVneu-Report.

Kinder und Vermögen

Das Münchner Institut für Jugendforschung errechnete: 6- bis 14-Jährige haben dieses Jahr (2000) Einnahmen von 5,22 Milliarden DM. 15- bis 17-Jährige sogar von 9,5 Mrd. DM. Zusammen haben die 10 Mio. Kids knapp 15 Mrd. DM.

Kinder und Konsum

Bei den 14- bis 17-Jährigen darf rund die Hälfte über dreistellige Summen im Monat frei verfügen. 62% haben einen Fernseher, 55% eine Hi-Fi-Anlage, 30% einen Videorecorder, 7% ein Handy. Für 70% ist beim Kauf die Marke entscheidend. 30% wünschen sich ein Handy von Nokia, 33% tragen eine Levis-Jeans, 77% schlecken nur das Eis von Magnum.

Kinder und Schulden

Handy & Internet führen immer schneller in die Miesen. Schon 53,3% der Dritt- und Viertklässler würden lieber Geld leihen, als Wünsche einzuschränken. Ergebnis: Rund 850.000 Jugendliche zwischen 15 und 20 stehen bei Eltern, Freunden, Banken in der Kreide.

Kinder und Arbeit

Kinderarbeit ist - von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. als Fotomodell für Versandhauskataloge) - verboten. Ab 14 dürfen Kids mit Erlaubnis der Eltern leichte Tätigkeiten ausüben. Ab 15 können sie in den Ferien max. 4 Wochen arbeiten.

Kinder und Verdienst

Beispiele: Babysitten: 8 bis 10 DM pro Stunde. Computertrainer: 12 bis 30 DM/Stunde. Modell für Werbeaufnahmen: 200 bis 700 DM pro Tag. Prospekte austragen: 2 bis 3 Pfennig pro Stück.

Kinder und Steuern

Jobber sollten dieses Jahr nicht mehr als 13.500 DM verdienen. Sonst streicht der Fiskus den Eltern sämtliche Vergünstigungen, z.B. das Kindergeld.

Kinder und Zuschüsse

Der Staat zahlt 270 DM fürs erste und zweite, 300 DM fürs dritte und 350 DM für jedes weitere Kind pro Monat Kindergeld.

Kinder und Ausbildung

Ein Student braucht im Schnitt 1300 bzw. 1000 Mark pro Monat (West/Ost). Tipp: Ausbildungsversicherung. Gute Anbieter sind z.B. "Debeka", "Neue Leben". Wer 20 Jahre 100 DM monatlich einzahlt, kriegt um 50.000 DM. (Ohne Gewähr! Red.)

Kinder und Rente

Mit Junior Fonds private Altersvorsorge aufbauen. "Wachstum International" (Metzler), "Akkumula (DWS), "Young World" (Activist). stiegen in 12 Monaten um 88,7%. 29,7% bzw. 20,4%.
 

Taschengeld:
Was Eltern unbedingt beachten sollten

Ab wann, wie viel und welche Rolle das Geld bei der Erziehung spielt - wertvolle Tipps von Experten

Die erste Erfahrung mit Finanzen ist für Kinder das Taschengeld. Der Beratungsdienst der Sparkassen gibt Tipps, wie die Kleinen damit umzugehen lernen. Wann sollen sie es bekommen? Regelmäßig mit 6 oder 7 Jahren. Kinder unter 6 haben noch keine klare Vorstellung vom Wert des Geldes. Warum sollen sie es bekommen? Kinder lernen an Dingen ihres Bedarfs, den Wert des Geldes zu erkennen. So sehen sie z.B., dass Geld schnell weg ist, wenn man es nicht einteilt. Wie viel sollen sie bekommen? Die Höhe hängt von den finanziellen Möglichkeiten der Familie und der Umgebung des Kindes (z.B. Nachbarn, Schule) ab. Orientierungswerte zeigt die Tabelle. Wie lernen sie den Umgang? Ausgaben aufschreiben, um zu sehen, welche überflüssig sind. Was übrig ist, aufs Sparbuch packen. Dort gibt's Zinsen.

Das kriegen die Kinder im Jahr 2000

Unter 6 Jahren bis 1 DM wöchentlich

6 und 7 Jahre 3 - 4 DM wöchentlich

8 und 9 Jahre 4 - 5 DM wöchentlich

10 und 11 Jahre ca. 25 DM monatlich

12 und 13 Jahre ca. 35 DM monatlich

14 und 15 Jahre ca. 45 DM monatlich

16 und 17 Jahre 60 - 80 DM monatlich

Quelle: Deutscher Sparkassen- und Giroverband

TVneu 31/2000

 

Die großen Geldscheine in den Taschen der Jugend
sind Zeichen einer bankrotten Gesellschaft.

Luise Rinser

 

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Mit freundlichen Empfehlungen
 
Humanistische AKTION
 
11/2000
 


 
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Aktualisiert am 29.06.02