Texte zum Thema Mensch
 

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Mensch - Definition aus einem Philosophie-Wörterbuch.

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Neue Wege des Humanismus - Kultur und Menschlichkeit, Hrsg.Frank Geerk (Buch-Info).

Humanismus als reale Utopie - Der Glaube an den Menschen. Ein Hinweis mit Zitaten auf das Buch von Erich Fromm mit Inhaltsverzeichnis (35 Kapitel-Überschriften). Jetzt auch als Taschenbuch!

Wachstum an Menschlichkeit - Humanismus als Grundlage - Ein Handbuch mit kurzen Texten und Zitaten von Rudolf Kuhr (Buch-Info mit 44 Kapitel-Überschriften).

Rettungsprinzip Liebe - Chancen für Natur und Mensch. Von Wolfgang Fischer. Buch-Besprechung mit Kapitel-Überschriften.

Der Irrtum mit der Seele - allgemeinverständliche Darstellung wissenschaftlicher Grundlagen.
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Der schwierige Mitmensch - Psychotherapeutische Erfahrungen zur Selbsterkenntnis, Menschenkenntnis und Charakterkunde von Josef Rattner (Buch-Info mit 110 Kapitel-Überschriften).

Spiele der Erwachsenen - Psychologie der menschlichen Beziehungen von Eric Berne (Buch-Info mit 66 Kapitel-Überschriften).

Zitate für mehr Menschlichkeit - Wegweiser und Stützpunkte auf dem Weg zu einem sinnerfüllten Leben.

 

 

Mensch

Definition
 

Der Mensch ist ein Modus der Substanz, ein relativ geschlossenes und relativ beständiges System von Energie-Materie, in dem die Natur zum Bewußtsein ihrer selbst gelangt, zur Selbsterkenntnis, zum zwecksetzenden Wollen, zur zielbewußten, entwicklungsbestimmenden Tat. - Zoologisch gehört der Mensch durchaus in die Säugetiergruppe der Primaten oder Herrentiere, wozu außer ihm noch die Affen und Halbaffen gehören, näher noch in die Primatengruppe der Anthropomorphen oder Menschenaffen, die von ihm, dem Schimpansen, Gorilla und Orang-Utan, gebildet wird. Die Beweise für diese zoologische Stellung des Menschen liefern: sein Körperbau, seine Entwicklung und die Chemie seiner Körperbestandteile. Die allgemeine Abstammungslehre als richtig vorausgesetzt, muß er mit den Affen ein und denselben gemeinsamen Stammbaum haben, d.h. von einer ursprünglichen Stammform haben sich - vermutlich in der Tertiärzeit - die verschiedenen Anthropomorphen und unter ihnen auch der Mensch respektive die verschiedenen Menschenrassen als besondere Zweigformen, als verschiedene Seitenzweige ausgebildet. Über die speziellen Ursachen der Menschwerdung lassen sich nur Vermutungen aufstellen; ihr Weg wird jedoch immer klarer aufgedeckt mit Hilfe der vergleichenden Anatomie, der individuellen Entwicklungsgeschichte und der Paläontologie. Siehe auch Homo, Pithecometra-Satz, missing link.

Die einzelnen Momente der Höherentwicklung des Menschen vom Tier aus werden bezeichnet durch die Erwerbung des aufrechten Ganges, Freiwerden der Hand, weitere Entwicklung des Großhirns und besonders der Großhirnrinde, Entwicklung der Sprache und später der Schrift, Aufnehmen und Weiterbildung von Werkzeugen und technischen Apparaten, Sammlung und begriffliche Verarbeitung von Beobachtungen und Erkenntnissen in immer größerer Breite und Tiefe, zunehmende Arbeitsteilung und Zusammenarbeit (Synergie, Kooperation), zunehmende Kraft der Idealbildung und der sittlichen Verantwortung. Das wertvollste Ergebnis dieser Entwicklung ist die zunehmende Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung, Naturerkenntnis und Naturbeherrschung des Menschen (in seiner Totalität als Menschheit: Hegel), mit einem Wort: seine Kultur.

Die Bezeichnung "Mensch" umfaßt eine ungeheure Mannigfaltigkeit: die Menschen sind verschieden; Nichtbeachtung dieser simplen Tatsache (besonders in der Erziehung und in der Justiz, auch in der Politik) führt zu Fehlurteilen und Fehlhandlungen, oft von verderblichster Art.

Am Ende ist die große Frage, deren Beantwortung über unsern Wert oder Unwert entscheidet, nicht die, woher wir kommen, sondern die, wohin wir gehen.

"Jeder individuelle Mensch trägt der Anlage und Bestimmung nach einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit in allen seinen Abwechslungen übereinzustimmen, die große Aufgabe seines Daseins ist" (Schiller).

Die ganz und gar an die übrige Wirklichkeit gebundene Natur des Menschen einerseits, seine geistig-kulturelle Erhebung über die Natur andererseits, haben philosophisch zu sehr verschiedenen Deutungen des Wesens des Menschen und seiner Aufgabe geführt. Die Antike, besonders das Griechentum, fand das Wesen des Menschen in seiner Erkenntnisfähigkeit und seiner Kraft zu politischer Gemeinschaftsbildung. Das christliche Mittelalter sah in ihm das Ebenbild Gottes. Das 18. Jahrh. unterschied im Menschen die sinnliche Erscheinung und das "übersinnliche" Vernunftwesen. Der letzt genannte Begriff wurde dann zum Ausgangspunkt für das Humanitätsideal, das die idealische, leibseelische Vervollkommnungsfähigkeit aller Menschen als Ziel aufstellte. Gegenwärtig sucht man vielfach den "Sinn" des Menschen in der "ihm zur Aufgabe gewordenen Spannung zwischen Geist und Leben", "in der gegenseitigen Durchdringung des ursprünglich ohnmächtigen Geistes und des ursprünglich dämonischen, d. h. gegenüber alle geistigen Ideen und Werten blinden Dranges" (Scheler). Dadurch "findet sich der Mensch mit der ihn umgebenden Welt und den ihm verbundenen Menschen in einem Feld, das ein Seins-, aber zugleich ein Sinnzusammenhang ist; er tendiert nicht nur dazu, sinnvoll zu werden, sondern ist sinnvoll" (Heinemann). Das Wesen des Menschen und seine Stellung in der Welt philosophischerseits zu erforschen und zu begründen versucht die Philosophische Anthropologie (s. d.).

Vgl. Huxley, Zeugnisse für die Stellung des Menschen in der Natur, 1863; Darwin, Die Abstammung des Menschen (KTA, Bd. 28); Haeckel, Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen 1874 u. ö.; Leche, Der Mensch sein Ursprung und seine Entwicklung, 2. Aufl. 1922; Anthropologie (in "Kultur der Gegenwart ) Fr. Maurer, Der Mensch und seine Ahnen, 1928; H. Weinert, Der Ursprung der Menschheit 1932; 0. Abel, Die Stellung des Menschen im Rahmen der Wirbeltiere, 1931; Kahn, Das Leben des Menschen, 5 Bde., 1922 ff.; H Schmidt, Mensch und Affe, 1932. - Chamberlain, Gott u.M.,1920; R. Eucken, M. u. Welt, 3. A. 1923; L. Klages, Der M. und die Erde, 1930; M. Scheler, Die Stellung des Menschen im Kosmos, 1928. Weitere Lit. s. Philos. Anthropologie.

Philosophisches Wörterbuch, Kröner 1934

 

Von Beruf Mensch

In der natürlichen Ordnung sind alle Menschen gleich; ihre gemeinsame Berufung ist: Mensch zu sein. Wer dafür gut erzogen ist, kann jeden Beruf, der damit in Beziehung steht, nicht schlecht versehen. Ob mein Schüler Soldat, Priester oder Anwalt wird, ist mir einerlei. Vor der Berufswahl der Eltern bestimmt ihn die Natur zum Menschen. Leben ist ein Beruf, den ich ihn lehren will. Ich gebe zu, dass er, wenn er aus meinen Händen kommt, weder Anwalt noch Soldat noch Priester sein wird, sondern in erster Linie Mensch. Alles, was ein Mensch zu sein hat, wird er genau so sein wie jeder andere auch; und wenn das Schicksal ihn zwingt, seinen Platz zu wechseln, er wird immer an seinem Platz sein.

Aus: Jean-Jacques Rousseau: Émile oder Über die Erziehung
'Uni-Taschenbücher S' ISBN 3825201155; 13,90 EUR u. 'Reclams Universal - Bibliothek' ISBN 3150009014; 14,60 EUR

 

 

Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch!

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Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste!

Goethe

 
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Humanistische AKTION
 
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Aktualisiert am 28.03.07