Persönliches

an Freunde, Bekannte und interessierte Mitmenschen
(aus einem inzwischen zurückliegenden Zeitraum)
 

Ich bin jetzt im Rentenalter und nehme als ganzheitlich eingestellter und bewußt lebender Mensch neben den Vorteilen des Alters auch zunehmend dessen Nachteile in ihren üblichen Begleiterscheinungen wahr. Auch das Studieren und Erarbeiten von Texten fällt mir immer schwerer, die Konzentration hält nicht lange an. Besonders bei längeren Briefen und Texten bekomme ich starke Unlustgefühle, die mich fast depressiv werden lassen. Ich habe das Gefühl, ausgelaugt zu sein, zwinge mich aber, die monatlichen Infobriefe zumindest noch bis Ende des Jahres (2001) zu erstellen und zu versenden.

Hinzu kommt, daß ich mich von einem Umzug vor etwa einem halben Jahr noch immer nicht wieder ganz erholt habe. In den letzten Monaten bin ich ständig im Streß und weiß oft nicht, was ich zuerst an- und auch noch auspacken soll. Seit Jahren ziehen noch einige Kartons aus dem Nachlaß meines Bruders mit, weil es mir sehr schwer fällt, etwas wegzuwerfen. Obwohl ich schon öfter umgezogen bin, war es diesmal für mich ein Horror. Dies hat ganz sicher mit dem zunehmenden Alter zu tun. Und dann ist die neue, teurere Wohnung nicht ordnungsgemäß renoviert und die beanstandeten Mängel sind nicht alle behoben worden. Die Firma Stadibau GmbH (Alleiniger Gesellschafter ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium für Finanzen), welche die Wohnung von der bayerischen Forstverwaltung übernommen hat, verweist an diesen Vorbesitzer und dieser erklärt sich für nicht mehr zuständig. Solch ein Schwebezustand nervt, für einen Rechtsstreit reicht der Anlaß kaum aus, und ein solcher würde wieder Zeit, Geld und Energie kosten. Die Stadibau GmbH hat zwar eine wunderschöne Firmen-Philosophie, die Praxis sieht leider ganz anders aus, wie einem Briefwechsel zu entnehmen ist.

Eine ständige Belastung ist für mich auch die anfällige Computertechnik, zumal ich kein technisches Talent dafür habe. Ich habe vor einigen Monaten einen neuen Rechner bei der Firma Expert-Technomarkt gekauft, die 600 Filialen in der BRD und auch eine wunderschöne Firmen-Philosophie hat. Aber auch hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Ich sehe den Firmen-Namen so, daß es ein Markt für Experten ist. Als Laie fühlt man sich bei Problemen allein gelassen. Ein Fernsehanschluß zum herunterladen der Presseschau funktionierte nicht, es wurde eine Karte anderen Fabrikats eingebaut. Auch diese funktioniert nicht, warum, das wurde erst nach vielen Telefonaten klar, die Karte hat einen Konstruktionsfehler. Der Hersteller reagiert übrigens auch auf wiederholte eMails nicht. Die verbesserte Karte sollte in etwa 6 Wochen da sein. Dann wurde im Markt wochenlang umgebaut. Die Karte ist noch immer nicht da. - Das Faxen funktioniert bis heute nicht, ein Verkäufer verstieg sich zu der Behauptung, daß das eingebaute Modem überhaupt nicht für Fax geeignet sei. - Ein weiteres Problem ist das Übertragen von Dateien für die Homepage bei T-Online. Es ist Glücksache, wenn mal keine Fehlermeldung erscheint. Nach wiederholter Anfrage werde ich nach technischen Daten gefragt, von denen ich keine Ahnung habe. - Das Ausschalten von Windows ME funktioniert mal und mal wieder nicht. - Eine ganz geringfügige Bearbeitung einer HTML-Seite mit WORD 2000 (ein einziges Wort wurde geändert) ergibt einen Daten-Zuwachs von 3KB! - Computer ist eine tolle Sache, - wenn es funktioniert, oder wenn man Experte ist und sich selber helfen kann.

Ich komme mit dem Beantworten der eingehenden Post - nicht mal mit dem Öffnen aller Briefe - nach und habe jetzt immer öfter das Bedürfnis, gar nichts mehr zu tun, einfach nur da zu sein. Ich denke, daß es zwar spannend ist, neue Ideen zu haben, die der allgemeinen Entwicklung etwas voraus sind, daß es andererseits aber auch sehr frustrierend sein kann, wenn man immer wieder auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Auch wenn ich hin und wieder mal Zustimmung und Ermutigung erfahren habe, so bin ich doch mit meiner Arbeit noch immer allein. Ich denke, daß ich als bekennender Humanist auch mich selber achten muß, daß ich die Arbeit nicht mehr zu meiner Selbstbestätigung brauche, daß ich das mir Mögliche für meine Mitwelt getan habe, - nicht so viel, wie manche anderen aber doch einiges mehr, als viele andere.

Nachdem ich nun meine Ideen zu einer ethischen Orientierung an verantwortlicher Menschlichkeit zu einer menschenwürdigen und sinnerfüllenden Lebensgestaltung in einer 'Humanistischen AKTION' seit 1994 auf einer Homepage im Internet und vor einem Jahr in einem Buch untergebracht, sowie das Projekt eines 'Humanistischen Informationsdienstes' jetzt über zwei Jahre hinweg als ein - auch für eine einzelne Person - praktizierbares Beispiel demonstriert habe, sehe ich darin meine mir selbst gestellte Aufgabe als Initiator und als mitverantwortlicher Mensch erfüllt. Ich bin nun hauptsächlich dabei, meine im Laufe der Jahre angesammelten Arbeiten und Besitztümer rechtzeitig zu sichten und zu reduzieren, damit sich mal niemand nach mir damit herumplagen muß, denn viel wert ist es für die meisten nicht und ich weiß, wie schwer es sein kann, Nachlässe in den Müllkontainer werfen zu müssen. Ein Teil meiner Bücher sind schon seit längerem auf einer Angebots-Liste im Internet, die ständig erweitert wird.

Es ist immer wieder schwer, sich von inhaltlich wertvollen Büchern zu trennen. Wenn ich Bücher für die Aufnahme in die Liste vorbereite entdecke ich nicht selten interessante Stellen, Zitate, Anmerkungen, von großer Bedeutung, die dann wieder zum Denken und Schreiben anregen was schließlich - so oder so - stets unangenehme Entscheidungen erfordert und dem entsprechend ungute Gefühle hinterläßt.

Als letztes Projekt würde ich gern noch die 'Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit' ingang setzen, um dieser höchsten und konkretesten Werte-Kombination eine institutionelle Grundlage zu geben und damit - wie ein Saatkorn im Boden - in der Gesellschaft zu verankern. Hierzu hätte ich gern noch Unterstützung jeder Art, und sei es nur eine öffentliche Befürwortung.

Wer über das Wesentliche meiner ideellen Arbeit einen zusammenfassenden Einblick erhalten möchte, der findet dies in der Buchbesprechung von einem unabhängigen Rezensenten zu meinem Buch 'Wachstum an Menschlichkeit', da wird dies sehr gut  wiedergegeben.

Ich würde mich freuen, wenn jemand Interesse hätte, meine Homepage einmal zu übernehmen und weiterzuführen.

Falls meine Fähigkeiten irgendwo gebraucht werden und ich mich danach fühle, stehe ich gern nach meinen Möglichkeiten zur Verfügung.

Rudolf Kuhr

hierzu ein Gästebuch-Eintrag:

Am 17.12.03 schrieb
Dr. phil. Gerd Reinhold
(GReinhold-M (at) gmx.de)

Nach dem Besuch Ihrer Website kann ich nur fragen:

Wie kann man nur so`was Tristes, Hilfloses, Depressives usw. ins Netz stellen?! Diese deutlich verkorkste Biographie und überhaupt das ganze private Zeug - was wollen Sie mit diesen Mitteilungen erreichen? Was sollen wir anderen damit anfangen? Etwa: Aus diesem Blödsinn etwas lernen? Sie bemitleiden? Mit so`was soll (der) Humanismus glaubwürdig gemacht werden? Nie und nimmer!
Schade . . . !

Vorschlag: Lesen Sie `mal `was Konkretes und/oder engagieren Sie sich in konkreten Projekten . . . , zum Beispiel hier: www.DritterWeg.de oder unter: www.Deutchlandpolitik.info . . .

Gleichwohl: Ihnen alles Gute und dem Humanismus ein kräftiges: Vivat, crescat, floreat!

Gez. Dr. phil. Gerd Reinhold
München

Lieber Herr Dr. Reinhold,

hierauf möchte ich zunächst mit Goethe antworten: "Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen." und viele andere Gästebuch-Besucher sprechen lassen, z.B. schrieb 1998 ein Leser an einen meiner scharfen Kritiker: Besteht nicht etwa die Möglichkeit, daß Ihnen persönlich der Überblick auf dieser Homepage verloren ging, und Dinge, die Ihnen spanisch vorkommen, wohl logisch sind, Sie aber durch einen eingeschränkten Blickwinkel nicht imstande waren, den Gesamtzusammenhang intellektuell zu erfassen ??"
Als bekennender Humanist versuche ich ganzheitlich sowie menschenbezogen zu denken und zu handeln in der Erkenntnis, daß die meisten Probleme vom Menschen ausgehen. - A propos verkorkste Biographie, - am 14. Juni 1998 schrieben Sie mir u.a. "...Ich hatte auch eine absolute Scheißerziehung (der Vater war autoritärer Nazi - ich bin 68er - und die Mutter emotional kalt sowie ignorant, ein Schicksal, das Millionen Deutsche hatten) und käme "trotzdem" nie auf den Gedanken, andere eiskalt zu unterdrücken oder auszubeuten! ...". Aber Sie bezeichnen als Blödsinn, was - auf einer von 250 Seiten meiner Homepage - von mir ausdrücklich als 'Persönliches an Freunde, Bekannte und interessierte Mitmenschen' gerichtet war, um meinen Rückzug anzukündigen, zu begründen und mögliche Nachfolger zu werben.
Zu Ihrem Vorschlag, mich in konkreten Projekten zu engagieren, - lesen Sie mal noch ein paar andere Seiten meiner 'Humanistischen Aktion', z.B. über den Infodienst oder zum Wahlsystem, konkreter geht es kaum. Vielen Ihrer Forderungen die Sie in Ihrer Seite 'Deutschlandpolitik' vorstellen - nicht allen! - kann ich mich anschließen. Allerdings ist die Weise, wie Sie an mich herantreten, und auch Ihre Seite darstellen, alles andere als zu einer Zusammenarbeit einladend. Demokratie braucht demokratiefähige, mündige Menschen. Mündigkeit erfordert eine kritische Distanz nicht nur zur Mitwelt, sondern auch zu sich selbst. Wenn Sie wirklich Deutschland retten wollen, dann sollten Sie auch Menschenbildung fordern, fördern und nicht zuletzt, üben (z.B. mit dem Versuch einer kritisch-konstruktiven Zusammenarbeit unter dem Motto 'Menschlichkeit beginnt mit der Freundlichkeit').
Auch Ihnen alles Gute, und (auch) "Wir selbst müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen." (Gandhi).

Rudolf Kuhr

*

Entwurf und Einladung zur Mitwirkung an der 'Stiftung Verantwortliche Menschlichkeit'

 


 
Humanistische AKTION
 
11/2001
 


 
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Aktualisiert am 23.05.05