Sommer-Sonnenwende

Höhepunkt im Jahreskreis

Der Tag der Sommersonnenwende - der 21. Juni - wird seit Urzeiten von den Menschen als bedeutungsvoller Tag betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten.

Je größer der Unterschied zwischen dem harten Winter und dem warmen Sommer, desto festlicher wurde von jeher dieser Tag gefeiert. Hoch im Norden Europas, wo in der sommerlichen Jahreszeit die Nächte gar nicht mehr dunkel werden (man spricht auch von den 'Weißen Nächten'), haben Sonnenwendfeiern - als Mittsommerfest bezeichnet - wesentlich mehr Bedeutung als zum Beispiel am Mittelmeer.

In Schweden ist Midsommar nach Weihnachten das zweitgrößte Fest des Jahres und die meisten Schweden feiern es mit Verwandten, Freunden und Nachbarn. Am Mittsommerabend wird eine geschmückte Stange, der sogenannte Mittsommerbaum, aufgestellt. Er wird mit Blättern und Blumen geschmückt und aufgerichtet, danach wird im Kreis drumherum getanzt. Der Brauch ähnelt in vielem dem deutschen Maibaumaufstellen.

Die Sonnenwendfeste haben vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen, slawischen und keltischen Religionen einen festen Platz. Die südlichste Sommersonnenwendfeier findet seit 1929 in der spanischen Region Alicante statt.

Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Tag Johannes des Täufers (Johannistag), verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt.

Von der in Europa und den USA wachsenden Gemeinschaft von Angehörigen indigener Religionen wird dagegen der 21. Juni gefeiert - meist auch mit einem entsprechenden Feuer.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden die wiederentdeckten altgermanischen Sonnenwendfeiern offizielle Feiertage und in die Symbolik von "Volk, Blut und Boden" integriert. Dies schadet ihrem Ruf teilweise bis heute.

Der griechische Mathematiker Eratosthenes benutzte eine Sommersonnenwende, um den Erdumfang zu bestimmen. Die größte unorganisierte Sommersonnwendfeier in Europa findet in Stonehenge statt, die größte Deutschlands an den Externsteinen.

Feste zur Jahreszeit sind Teil einer naturverbundenen Identität, sie zu feiern macht Sinn. Zumal der 21. Juni seit 1986 nun weltweit auch als Welthumanistentag gilt. Laut der 'Internationalen Humanistischen und Ethischen Union' dient er als Weg zur Verbreitung der Bewusstheit des Humanismus als philosophische Lebenshaltung und Maßnahme zur Veränderung der Welt. Von allen, die sich den Grundwerten der Menschheit verbunden fühlen, wird der Tag auch von daher als alternativer Feiertag geschätzt.

Mittsommerfest (63 KB)

 
weitere Texte zum Jahreskreis:
 
 'Weihnachten - feiern oder ignorieren?' 

 'Ostern - Fest der Auferstehung?'

'Herbstfest - Erntefest'



 Humanistische AKTION
6/2010 
Kritik, Anregungen zu Form und Inhalt Dialog sowie unveränderter Nachdruck bei Quellenangabe
und Belegexemplar erwünscht. Kürzungen und Änderungen nach Absprache möglich.
 
 

 
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Aktualisiert am 16.06.10

Herbstfest

Erntefest 

Ein Fest des Herbstes und der Ernte läßt uns die Vielfalt, die Reichhaltigkeit und Schönheit der Natur in Verbindung mit der Schaffenskraft der Menschen bewußt wahrnehmen und gemeinschaftlich in Dankbarkeit freudig erleben.

Als viertes Fest der Jahreszeiten ist - neben denen in Frühling, Sommer und Winter - das Erntefest oder Erntedankfest eines der ältesten Feste der Menschheit. Sein Ursprung reicht zurück bis in die vorchristliche Zeit. In Mittel- und Nordeuropa wurde Erntedank (Haustblot) zur Herbst-Tagundnachtgleiche (23. September) mit einem Dankopfer gefeiert. Ähnliche Riten gab es in Israel, Griechenland oder im Römischen Reich. In den USA gibt es den 'Thanksgiving Day' als staatlichen Feiertag, der an das erste Erntedankfest der Pilgerväter erinnert.

Bei uns wird heute, vor allem in ländlichen Gebieten mit traditioneller Dorfstruktur, das Erntefest noch entsprechend gefeiert. Es werden Feldfrüchte, Getreide und andere Naturprodukte dekorativ aufgestellt und mitunter auch noch eine aus Getreide oder Weinreben geflochtene Erntekrone in einem Festzug durch das Dorf gefahren. So soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, daß es nicht allein in der Hand des Menschen und seiner Technik liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen, sondern immer die Natur hierfür die eigentliche Grundlage ist und bleibt. Die Erntegaben werden dann nach dem Fest meist an Bedürftige und karitative Einrichtungen verteilt.

Im Vergleich zu Osterfest und Weihnachten ist das Erntefest weniger ein Fest der Familie, da in den Städten die unmittelbare, erwerbsmäßige Verbindung zur Natur nicht mehr gegeben ist. Darum ist es sinnvoll, neue Möglichkeiten zu erkunden und zu schaffen, die nachfolgenden Generationen eine Verbundenheit zur Natur durch das Ausüben alter und neuer Riten verstärken, die dazu beitragen, Kindern eine nachhaltige emotionale und geistige Rückbindung an die Natur als wichtige, ja notwendige Grundlage ökologischen Fühlens, Denkens und Verhaltens zu geben.

Eltern und Großeltern finden heut auch in den Städten verschiedene Einrichtungen, die eine Teilnahme ihrer Kinder und Enkel an entsprechenden Festen ermöglichen oder vermitteln können, z.B. Naturschützer, Bio-Bauernmärkte, Gartenvereine, Kindergärten, Schulen, VHS, Tauschringe, um nur einige zu nennen.

 
1 Bunt sind schon die Wälder,   
gelb die Stoppelfelder
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.

2 Wie die volle Traube
aus dem Rebenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche mit Streifen,
rot und weiß bemalt.

3 Flinke Träger springen
und die Mädchen singen.
Alles jubelt froh.
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

4 Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz.
Junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

Text: Johann Gaudenz von Salis-Seewis 1782
Melodie: Johann Friedrich Reichardt.

Gingko-Blatt (6 KB)
 
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'Sommer-Sonnenwende Höhepunkt im Jahreskreis'



 Humanistische AKTION
9/2010 
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Aktualisiert am 26.09.10